Band 
Dritter Band. Von 1668-1758. Zweiter Teilband. Von 1727-1758.
Entstehung
Seite
500
JPEG-Download
 

500

102. Kapitel.

gleich sein, die Benennung des letzten Gliedes rechts mit der desFragegliedes, welches die Columne links eröffnete, übereinstiminen.Dadurch übte der Aufbau der Glieder eine Selbstkritik, welche fürSicherheit der Rechnung werthvoll war, wenn sie auch gewisseSchwierigkeiten in sich schloss, sofern die Zeit bei Zinsrechnungenin den Kettensatz eintreten sollte, wovon uns allerdings bei Claus-berg’s Kettensätzen kein Beispiel begegnet ist. Bei der llees’schenRegel ist dagegen der Aufbau der Glieder so, dass je zwei auf gleicherZeile stehende Zahlen gleiche Benennung führen mussten und es indem Belieben des Rechners lag, wie er die Zeilen aufeinander folgenlassen wollte. Denken wir uns beispielsweise die Aufgabe: WievielMark Zins geben X00 Mark in % Jahren, wenn 2X00 Mark in 2 Jahren280 Mark Zins gaben? Der Kettensatz ist

V X00

2 1

2800 280

und wird folgendermassen gelesen: Wie viele Mark Zins geben800 Mark Kapital, 1 Mark Kapital steht 3 / 4 Jahre, 2 Jahre stand1 Mark Kapital, damit 2X00 Mark Kapital 280 Mark Zins ergaben.

Die Rechnung liefert 8 °j - = Die Rees ’sche Regel da-gegen zeigt die Gestalt:

2X0 Zins800 Kapital3 / 4 Jahre

Johann Christian Nelkenbrecher 1 ), gestorben lTliO, gab imJahre 1752 in Leipzig und zwar im Selbstverläge Logarithmisehe'Tabellen zur Berechnung derer Wechselarbitragen heraus. Ungleich

bekannter wurde das nach des Verfassers Tode erstmalig 1762 und in

20. Auflage 1877 gedruckte Taschenbuch eines Bankiers und Kauf-mannes, ein Nachschlagebuch allerersten Ranges insbesondere fürMünz- und Maassvergleichungen.

In diesem Zusammenhänge nennen wir auch den 1753 gedrucktenTratte des cltanges et des arbitrages von Pierre Senebier 2 ) (1715bis 1778), Rechenmeister in Genf .

Martin Knutzen 3 ) (1713—1751), Professor in Königsberg ,scheint in seiner Aritlunetica meehanica oder Beschreibung eines com-pendiösen Beehenldistehens von 1744 eine Erleichterung des Rechnensdurch äussere Hilfsmittel beabsichtigt zu haben.

') Allgemeine deutsche Biographie XXIET, 417—418. s ) Poggendorff

II, 903. *) Ebenda I, 1285—1286.