Geschichte der Mathematik in selbständigen Werken, monogra-phischen Arbeiten und Biographien; Wörterbücher; Ausgaben,Bearbeitungen und Wiederherstellungen von Klassikern.
Man hat das XVIII. Jahrhundert nicht selten das „philosophische“genannt, wogegen dem XIX. das Verdienst zuerkannt werden sollte, Idas „historische“ zu sein. Diese Gegenüberstellung ist gewiß nichtganz unberechtigt, allein in den zwischen 1760 und 1800 gelegenenvier Jahrzehnten nimmt doch auch schon das geschichtliche Interessemerklich zu, und nicht allein im Bereiche der im engeren Sinne hierin Betracht kommenden Disziplinen ist dieser Fortschritt wahrzu-nehmen, sondern auf allen Gebieten menschlichen Wissens macht sichdie gleiche Erscheinung geltend. So hat denn auch das Studium derGeschichte der exakten Wissenschaften einen namhaften Aufschwunggenommen, wie die folgenden Zeilen dies im einzelnen erhärtenwerden.
Als ein wesentlich unterstützendes Moment darf wohl das be-zeichnet werden, daß sich in dem uns jetzt beschäftigenden Zeiträumedie Gelegenheiten zu Veröffentlichungen stetig mehren und verbessern.Wenn die bis dahin verfaßten Werke über Geschichte der Mathe-matik und Astronomie noch gar viel zu wünschen übrig ließen, sodaß auch da eben — von WeidlerM und Montucla 2 ) abgesehen —meist nur ganz schwache Anfänge vorhanden waren, so mag einsehr bestimmender Grund für diese Unvollkommenheit in dem Um-stande erkannt werden, daß es noch fast ganz an Spezialarbeitenmangelte, jeder Autor also fast allein auf sich selbst und seine eigenenHilfsmittel angewiesen war. Anders wurde dies, als einerseits dieVeröffentlichungen der gelehrten Gesellschaften, andererseits die vor- Iher noch so seltenen Zeitschriften in immer steigender Zahl rührigenSchriftstellern sich zur Verfügung stellten. Und gerade hier ist inder zweiten Hälfte unseres laufenden Jahrhunderts, zumal von 1780an, sehr viel geleistet worden.
') Vgl. diese Vorlesungen IIP, S. 407. *) Ebenda IIP, S. 500 ff.