Band 
Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
Entstehung
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Geschichte d. Mathematik in selbst. Werken, monograph. Arbeiten usw. 13

reichert, dem hohe Verdienstlichkeit nicht abgesprochen werden darf,und welches man auch heute noch mit Vorteil zu Rate ziehen kann,weil es durchweg einen bequemen und sicheren Zugang zu den Quelleneröffnet. Steht Fischer auch für seine Person noch auf einem etwasbeschränkten Standpunkte, wie ihm denn z. B. Huvgens Begründungdes Brechungsgesetzes aus der mathematisch eingekleideten \ ibrations-theorie des Lichtes gar nicht einleuchten will 1 !, so hat er sich dochredliche Mühe gegeben, in jedem Falle den verschiedenartigsten An-schauungen gerecht zu werden. Sein Werk überragt weit dasjenigedes minder exakten Murhard (17791853) 2 ), das denn auch, und zwarohne ersichtlichen Grund, ein Torso geblieben ist. Eine eigenartigeSchöpfung ist eine anonyme Geschichte der Sternkunde 3 ), welche biszum Ende des XVII. Jahrhunderts reicht und manch brauchbare Nach-richt enthält. Auch die deutsche Bearbeitung 4 ) einer älteren Schriftvon Cassini 5 ) darf hier nicht vergessen werden; sehr ungleichmäßiggearbeitet, so daß mancher Zeitabschnitt gar nicht zu seinem Rechtegelangt, verbreitet sie sich, zumal in den Zusätzen des Herausgebers,über viele wissenswerte Dinge, die anderwärts mehr in den Hinter-grund treten und die hier sachkundige Erörterung finden.

Frankreich sah am Schlüsse der uns hier beschäftigenden Periodedas grundlegende Werk von Montucla 6 ) in neuer, sehr vermehrterAuflage erscheinen, deren Umfang sich auf vier Bände gesteigerthatte; die beiden letzten hatte der Astronom Lalande bearbeitet,ohne doch, wie an diesem Orte bereits ausgeführt ward 7 ), die vondem Begründer selbst hergestellten Teile zu erreichen. In MontuclasFußtapfen ist, teilweise allerdings nicht stets mit gleichem Glück,später Ch. Bossut (17301814) eingetreten, dessen Werk freilich erstdem XIX. Jahrhundert angehört und hier keiner Erwähnung teilhaftigwerden könnte, wenn nicht ein Vorläufer desselben, Bossuts Discours

f J. C. Fischer, Geschichte der Naturlehre II , Güttingen 1802, S. 47.*) F. W. A. Murhard, Geschichte der Physik, 1. Baud. Göttingen 17081790.s ) Geschichte der Astronomie von den ältesten bis auf gegenwärtige Zeiten inzwey Bänden, I, Chemnitz 1702. Als Verfasser zeichnet unter der Vorrede ein ge-wisser C. G. F., der sich hauptsächlich an Weid] er Historia Astronomiae,Wittenberg 1741) gehalten hat. Die äußerst zahlreichen Druckfehler stören denLeser in hohem Maße. 4 ) J. L. Rost, Astronomisches Handbuch, neu heraus-gegeben von G. F. Kordenbusch, I, Nürnberg 1771, S. 1120. Die Über-setzung hatte schon früher J. P. v. Wurzelbau besorgt; Kordenbusch nahmsie, die nicht in den Druck gelangt war, in die von ihm besorgte Neuauflagedes Rostschen Handbuches auf und bereicherte sie mit Anmerkungen, die aufeine gute Sachkenntnis schließen lassen. 6 ) Dom. Cassini, De lorigine et duprogres de lastronoinie et de son usage dans la geographie et dans la naviga-tion, Paris 1709 (Recueil dobservations faites . . . par Messieurs de lAcadömieRoyale des Sciences). 6 ) Diese Vorlesungen IIP, S. 500ff. 7 ) Ebenda S. 501.