Band 
Vierter Band. Von 1759 bis 1799.
Entstehung
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Abschnitt XX.

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1740) herausgegeben und im Gymnasium studiert. Der zweite Teildieses Werkes, von Vasilii Kouznetzoff übersetzt, erschien 1760.Es war Eulers Absicht, alles recht deutlich zu erklären und zu beweisen.Obschon der mathematische Unterricht aut dem St. PetersburgerGymnasium unter der Lehrtätigkeit von Georg Wolfgang Krafft (17011754) und Vasilii Evdokimovich Adodouroff (1709 bis1778) eine durchgreifende Erneuerung erfuhr, erwirkte derselbe dochnur geringen Einfluß auf andere Schulen Rußlands .

Ein anderes Werk, welches die alten dogmatischen Methodendurch eine beweisende Lehrart zu ersetzen suchte, war die 1752 er-schienene Algebra von dem Ingenieur Kapitän-Lieutenant NicolasMouravief (17211770). Es war das erste Werk in russischerSprache ganz diesem Fache gewidmet. Dann erschien ein Buch,welches der alle Beweise vermeidenden Darstellung folgte und vielgrößeren Beifall als das Mouraviefsche Werk genoß. Dies war dieUniverselle Arithmetik von Nicolas Kourganof (17251796),Professor der Mathematik und Navigation am Korps der adeligenMarinekadetten. In dieser Schule verdrängte dieses Werk die alteArithmetik von Magnitzkv.

Während der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wurden haupt-sächlich deutsche mathematische Werke gelesen. Dimitri Sergie-vitch Anitchkof (17401788), ein Lizentiat der 1755 gegrün-deten Universität von Moskau , wurde 1762 als Lehrer an derUniversität und den dazu gehörigen Gymnasien angestellt. Er gab1765 eine Übersetzung aus der lateinischen in die russische Spracheder verschiedenen Teile von Weidlers Institutiones Matheseos..,editio quinta, Vitembergae 1759, heraus. Uns interessieren hiernur zwei Teile, die Theoretische und Praktische Arithmetik,deren zweite und dritte Auflage 1787 und 1795 erschienen, und dieAlgebra, welche 1778 in zweiter Auflage herausgegeben wurde.Diese Werke, sowie diejenigen, welche von Anitchkof selbst nachdem Vorbilde der Weidlerschen und Wolffsehen Werke geschriebenwurden 1 ), brachten in russischen Elementarwerken der Mathematikdie demonstrative Methode in den Vordergrund.

In Großbritannien ist die Methodenentwicklung für den Rechenunter-richt langsamer fortgeschritten als in Deutschland . Das Anschauungs-prinzip kam gar nicht in Betracht, wohl aber wurde die Beweisführungin den neueren Büchern dem bloßen Regelrechnen vorgezogen. EnglischeRechenbücher unterscheiden sich von denen des Festlandes hauptsäch-

) Theoretische und Praktische Arithmetik (Auflagen: 17G4, 177ö, 1786,1793); Elemente der Algebra, oder litterale Arithmetik (1787).