Isländische Flechte. 15g
auf höheren aber ist sie oft damit versehen. Die Früchte(die man auch als Blüten betrachten kann) gleichen kleinen,runden, oder eirunden Schildchen, von 1 bis 4 Linien Breite;
sitzen auf der Oberfläche der Zweig-Enden, sondern sichuur mit ihrem etwas gekerbten Rande von der Fläche desZweiges ab und bilden unter sich, an dcr Untcrfläche des Zwei-gs, eine geäderte Vertiefung. Sie sind etwas dunkler gefärbt,als die übrige Flechte.
Die isländische Flechte sondert sich leicht von, Boden ab,und liegt dann oft im Walde umher. Bei trvckncr Lust ist6e, nach allgemeiner Sitte der Flechten, ganz trocken, auchspröde; wird sie angefeuchtet, so erhält sie eine frischere Farbe,wird größer, biegsam, kurz sie lebt in der Feuchtigkeit wiederauf, was sie ebenfalls mit andern Flechten gemein hat. ImSetrockneten Zustande kann man sie viele Jahre lang auf-bewahren.
Diese Flechte gibt, wegen ihres großen Gehaltes an Stär-kemehl, das sich durch Kochen in Gallerte verwandeln läßt,rin sehr kräftiges Nahrungsmittel für Menschen undThiere, welches von den Bewohnern des Nordens schon langemit Vortheil benutzt wird. Man sammelt sie mit der Hand,reinigt sie vorläufig von Erde und anderen Dingen, dannabermals durch Waschen, und trocknet sie nun, wenn man sieuicht sogleich genießen will, an der Luft oder im Backofen,worauf man sie in Säcken aufbewahren kann. Das Einsam-meln selbst geschieht bei feuchtem Wetter am besten. WillMan sie in's Brod backen, so wirft man sie, nachdem sie imOfen getrocknet ist, in einen Sack, schlägt diesen so lange,bis Alles verkleinert ist, und schickt sie nun in die Mühle, vonwo man sie als eine Art Mehl, das man dem Brvdtcige zu-setzen kann, zurück erhält. Ucbrigens ist es besser, sie nichtMit Brod vermengt, sondern für sich zu genießen. Vor derZubereitung muß man der Flechte ihren sehr bittern Geschmackdadurch benehmen, daß man sie mit heißem Wasser abbrühet,dieses Wasser wegschüttet und sie dann noch einen Tag lang ichkaltem Wasser liegen läßt. Sodann wird sie klein geschnitten,