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Muscologia Germanica oder Beschreibung der deutschen Laubmoose : im erweiterten Umfange nach dem jetzigen Stande der Wissenschaft, nebst Erörterung der Standörter und ihrer Entdecker der Synonyme seit Hoffmann und Roth, mit erläuternden Anmerkungen / bearb. von J.W.P. Hübener
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Classis II. Gymnostomi,

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Durch ganz Deutschland , an aufgeworfenen Sandgräben, Wald-rändern , an dürren Plätzen, auf sandigen Feldern, karg begrastenAngern u. s. w. verbreitet. Die. Abart ß. Verkümmerung, an ähnli-chen Plätzen , z. B. bei Zweibrücken , Bonn , Hamburg , y. meistensmit der eigentlichen Art untermischt, d. bei Zweibrücken auf eisen-haltiger Thonerde (Bruch). Die Früchte reifen im Frühling, zuwei- len schon im Winter. ©

Die Pflanzen wachsen in dichten, sehr üppig fruchttragendenHäufchen beisammen. Die Stämmchen 2 3'" hoch, einfach, zu-weilen durch Innovationen ästig gctheilt, aufrecht, dicht beblättert.Die Blätter linien - lanzettförmig, pfricmlich gespitzt, rinnenförmigaufrecht abstehend, mit den Spitzen einwärts gebogen, und etwaszurück gerolltem Bande. Die Hüllblätter noch einmal so lang alsdie übrigen, mehr verdacht, aber mit stärker eingerollten Bändern,wodurch dieselben oft ein pfriemenfiirmiges Ansehen erhalten; allovon einer lichtgelbgrünen schmutzigen Farbe, im trocknen Zustandekraus gewunden. Der Nerv stark, auslaufend, zuweilen eine kleineF.udspitze bildend, dunkelgrün. Der Fruchtstiel 2 3" lang, ein-zeln, zuweilen deren zwei aus einer gemeinschaftlichen Scheide,mit den Blättern von gleicher Farbe, steif aufrecht. Die Büchseeiförmig, meistens auf der einen Seite, bauchig hervorgehoben,buckelig erscheinend, mit verengter schiefer, roth geringelter Aliin-dung, anfangs schmutzig gp.lbgrün, später braun. Der Deckel ke-gelförmig, pfriemlich, zuweilen etwas gebogen, gespitzt. Die Haubekappenförmig, seitlich tief gespalten, die Büchse zur Hälfte um-fassend, strohgelb.

Der Anfänger hat sehr zu achten, dass er die jüngcru Pflanze nvon H'eissia microdonta lledw., wohin sich diese Art ganz ihremAnschaun nach hinneigt, nicht verwechsle, wo bei erster zwar imgehörig entwickelten Zustande die gezähnte Münduugsbesetzung dieVerschiedenheit darthut, allein vor der Bcifc eine so auffallendeAehnlichkeit mit derselben hat, dass es nicht immer leicht ist, sieilai on zu unterscheiden.

Die verkümmerten, zum Theil auch die noch nicht ausgewachse-nen Individuen dieser Art wurden von Bridel als Pltaseum rostel-lutum beschrieben, und nach ihm von andern Autoren unter diesemNamen aufgenommen. Es ist aber sicher nichts anders als diesesH vmenostomum, die sich, in der Entwickelung zurück geblieben,so merkwürdig gestaltet; dieselben Formen, wie wir sie auch beiPolytriduim aloides et nanum finden, wovon uns Sch wäg liehenin dem letzten Supplemente tab. 294. eine Abbildung geliefert. Ammeisten aber sah ich unter diesem Namen in Herbarien die jugend-liche Frucht dieses sowohl, als der JVcissia microdonta unterPhascum rostellaliim aufbewahrt, wo der Deckel noch mit der Büchseverwachsen, und nur als ein lichter Saum in diesem Zustande, dieGränzlinie andeutet, deshalb man auch oft von nicht geübten