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Erster Theil.
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Zweyter Abschnitt.

nige nur Baume von einerley, andere von mehrerley Arten bewohnen, daß einige anStammen oder Aestcn, in und unter der Rinde, oder im Holze, andere theils auf denBlättern, theils auf den Blüthen, theils auf und in t>eji Früchten leben, daß einige sicham Fuß des Stammes in Rinde und Holz, andere an dem Gipfel in die frische Knospeeinbohren; daß alle mir durch ihre Menge schädlich werden, auf welche Clima und Iah-reswitterung Einfluß haben. Sie werden ein aufgefundenes Infekt, dessen Kenntniß siewünschen, zuerst mit den Kennzeichen der Ordnung vergleichen, sie werden darauf selbstdie Arten mit ihren Kennzeichen durchgehen, bis sie gefunden, welche Kennzeichen der Artauf solches paffen. Nicht jedes verletzte Blatt hat seine Beschädigung von einem Insekt,sondern oft nur von Schnecken, welches sich dann durch die Art der Verletzung und durchdie Spur von Schleim verräth. Die gerollten Blätter verrathen Raupen der Wickler-phalänen uyd der Rüsselkäfer .

Die Blätter mit gesonderter Ober- und Untcrhaut dienen, oder haben entwederBlattminiemwtten oder Rüsselkäfern zur Nahrung gedient. Die Anwesenheit der Ameisenist zuweilen Anzeige naher Raupen, zuweilen auch der Blattläuse. Jene werden von ih-nen verletzt, diese aber beleckt und niemals gctödtet. Nur die Marienkäfer und die Flor-fliegen sind BlattlauStödter, nie aber die Ameisen, die vielmehr die Ausleerungen derBlattläuse weglecken.

Zuweilen findet der Forstmann Gelegenheit, fehlende Lücken der Naturgeschichteeines einzelnen Insekts durch einen günstigen Zufall zu ergänzen, wenn es Raupen oder an-dere Larven zur Verwandlung bringt, deren Wohnort und Nahrung bisher ungewiß undunbekannt war, dieß aber nur unter der Voraussetzung, daß die Zeit dazu den Dienstge-schaftcn nicht entzogen werde. So ist es auch mit der Untersuchung und Vergleichung derInsekten, welche zum Beschlusse dieser Schrift als nützliche Geschöpfe angeführt werdensollen. Gegenden im Holze, z. B. wo in den Monaten May und Junius viele Wasser-nymphen, Ickbchlulae I-. schwärmen, und mit ihren blauschillernden Flügeln die Zweigeder Baume an Waldwegen umflattern, werden durch solche von Raupen und verschiedenenSchmetterlingen rein gehalten, und solche Wassernymphen — sind schonenswerth.

Aber wozu, möchte man fragen, sind die Feld- und Waldbäumc, deren Säu-men und Früchte ohnehin von Menschen, Thieren und Vögeln aufgesucht werden, nochobendrein so vielen Insekten Nahrung? Gewiß, auch hier liegen Ursachen verborgen, diesehr zweckmäßig sind, und auf wesentlichen Nutzen hinzielen. Denn man hat ausgemacht,daß eine zwölfjährige Ulme über l öchzoo, schreibe, hundert vier und sechzig tausend undfünfhundert Saamen, nicht blos Blüthen, sondern wirklichen Saamen , in einem einzi-gen Jahr trage, diodann binnen andern zwölfJahren, wenn nichts hindert, eben so großeBäume als der Mutterbaum werden, und unter eben dieser Bedingung eine dereiustigeZahl von weit über 26962 Millionen Bäumen hinter sich lassen werden. Damit nun nichtdie halbe Erde Eine Waldung, der Raum für die darauf wohnenden Menschen nicht ver-engt, ihre Gesundheit nicht gefährdet werden, viele Naturschönheiten für sie nicht verloren

gehen;