Band 
Zweyter Theil.
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303
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Die Falter. Erste Horde. Zweyte Familie.

I2Z

Beschreibung des vollkommenen und «nvollkom,neuen Jnsects.Das Ausmaß von einer Fliegelspitze bis zur andern ist 2 Zoll 7 Linien, jeder Vordersiügelist i Zoll 2 Linien lang. Alle Flügel sind rund, weiß, selten ins Grüne oder inS Gelbe ge-mischt, und nur dünne mit Schuppenstaub belegt, daher sie leicht verstauben. Sie habenkeine Zeichnung, als starke, schwärzliche Adern, und einen schwarzen Saum am Rand.Manche haben noch in der Mitte der Vordersiügel gegen den Vordcrrandj einen schwärzli-chen, oft kaum merklichen Flecken. Die Hinterflügel sind auf der Unterseite mit einen:schwärzlichen Schatten beschmutzt. Die schwarzen Fühlhörner sind an der dickern Spitzegelb. '

Die Zoll oder iS Linien lange Raupe ist haarig, dreymal über den Kcps,einmal über den Rücken, und in jeder:Seite einmal schwarz gestreift. Zwischen diesenLängsstreifeu ist die Grundfarbe röthlichgelb, doch an den Gelenken etwas dunkler, untenan den Seiten aber blaulichgrau. In ihrer Jugend ist sie schwarz, und an beyden Seiten,unter den Luftlöchern findet sich eine Reihe langer weißer, unter sich gekrümmter Haare;lebt da noch gesMig auf den Obstbäumen, wo sie an den Spitzen der Zweige überwintert,und sich endlich am.Ende des Mais und im Juniuö verpuppt.

Die Puppe, die einen um den Leib gesponnenen Faden hat, ist bald weiß, baldZitronengelb, immer aber mit schwarzen Puncten und Strichen geziert. Sie hat einekleine gelbe Kopfspitze, am Vordertheil eine stark erhabene schwarze Rückenlinie, am Hin-vertheil aber zieht sich über den ganzen Rücken, und auch vornen an den Seiten der erstenRinge eine erhabene gelbe, schwarz punckirte Linie. Sie ruht drey Wochen, und eö sollauch Winterschläfer geben.

Aufenthalt. Der Schmetterling ist im Junius und Julius in Garten, Wal-tzern, und oft Schaarenweife an Pfützen vorhanden. Und da er bey seiner Hervorkunftaus der Puppe einen rothen Saft von sich spritzt, womit auch häufig seine Flügel besteckt,sind; so möchte ihm der vermcyntliche Blutregen vor allen andern zugeschrieben werden.Die Raupe ist gefräßig, und lebt von den Blättern und Blüthen des Weißdorns , derSchlehen, Vogelkirschen, Eichen, Aepfel, Birnen, und vorzüglich der Pflaumen undZwetschchen, nie aber von Kohlgewächsen, und ist im Mai und Junius, nach Verschieden-heit der Witterung ausgewachsen. Die Puppe hangt an Baumstämmen, Zweigen, Wän-den, Zäunen, Planken und Mauern.

Forptflanzung. Das Weibchen legt bey 200 kegelförmige gelbe Eyer, gewöhn-lich auf die obere, seltener auf die untere Seite der Blätter der oben angegebenen Bäumeund Sträucher, vorzüglich derZwetschchen - Pflaumen - Birn - und Apfelbäume fn dickeKlümpchen, aus welchen im August die jungen Räupchen auskriechen, und sich sogleich eingesellschaftliches Nest spinnen, um sich für Nässe, Frost und anderm Uebel und Feinden zuschützen. In diesem Neste, das aus einigen zusammengefponnenen Blättern, gewöhnlichan den Spitzen der Bäume besteht, überwintern sie.

Feinde. Sie haben unter den Jnsectenfressenden Vögeln, und unter den Ran-pentödteni (Zehrwespen, Ichneumon), gefährliche Feinde, zumal im Puppenstande, diedie uns oft schädlich werdende Vermehrung derselben einigermaßen verhüten.

Q q 2 Scha-