Band 
Zweyter Theil.
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Erste Horde der Phalanen, dle Spinner. Zweyte Familie.

Beschreibung des vollkommenen und unvollkommenen JnsectS.Der männliche Spinner mißt 2 Zoll und 2 Linien, und hat röthliche Vorder- und gelbeHinterflügel. Der weibliche mißt 3 Zoll, weniger eine, oft auch 3 Zoll und 2 Linien; je.der Vordcrflügel > Zoll und z i Linien, und die Grundfarbe ist heller, und der Saumschmaler, als beym vorhergehenden Schwarzdornspinner, dem er sehr gleicht. Beyde Ge-schlechte haben auf jedem Flügel ein Augenfleck. Der Mittelraum, wo dasselbe steht, undein schmaler Strich am Flügelsaum, sind weiß. Die hochgelben Hinterflügel unterscheidendas Männchen gar sehr vom hellaschgrau-nebelichten Weibchen. Beyde sind an der Wurzelaller Flügel röthlichbraim gefärbt; hierauf folgt eine mattgraubraune Queerlinie, und hin-ter dem Auge zwey kappenförmige neben einander, worauf zwischen dem Flügelsaume derRaum mattbraun ist. Die Unterseite gleicht der obern. Im Naturforscher XII. tab. 2.f. 6 . ist ein Zwitter, dessen eine Hälfte männlich, die andere weiblich ist.

Die Raupe ist jung noch schwarz und filzhaarig, nach der vierten Häutung aberhellgrün, auf jedem Ringe mir 6, bald goldgelben, bald rosenrothen, kurzborstenhaarigenSternwarzen verschönert. Man kann sie daher in der Jugend leicht für eine Dornraupeder Tagfalter ansehen. Sie ist nach einer viermaligen Häutung im Julius ausgewachsen.Eine Varietät davon hat über jedes Glied einen schwarzen Gürtel. Wenn man sie erzieht,so ist ihr das Besprühen zuweilen dienlich. Zu Ende des Julius, und in warmen Gegen,den zu Ende des Junius, verwandelt sie sich in eine rundliche, hinten zugespitzte Puppe,welche in einem künstlichen, pergamentartigen, bvuteillenförmigen, mit einer elastischenÖffnung versehenen Cocon liegt, von welchem man eine grobe Seide bereiten kann. DiePupvenruhe.dauert 9 Monate; bey der künstlichen Erziehung aber zuweilen l Jahr undy Monate. Ja dieses Jahr 1803 entwickelte sich bey uns eine Puppe am 5. May, die seitdem 28. Junius 1800, also über 2 Jahr und 10 Monate geruhet hatte.

Aufenthalt. Gewöhnlich erscheint der Spinner im May, und ist gemein. DieRaupe frißt in den Sommermonaten auf Schlehen und Sauerkirschen, wie auchErlen, Eichen, Birken, Weiden, Haynbuchen, wilden Rosen, Heide,kraut, Erd- und Heidelbeersträuchen. Das Weibchen legt feine Eyer, die nichtganz rund, sondern länglich rund, anfangs meißlichgrün und zuletzt bräunlich sind, an dürrePflanzenstengel, und zwar unzerstreut beysammen.

Dritte Familie.

Knospenraupen. Nackkflügelige Spinner.

Die Raupen haben einen kleinen halbversteckten Kopf; sind'fast ganz mit halb-kugeligen Erhöhungen, deren-auf jedem Ringe sechs zustehen kommen, und darüber miteinigen feinen Haaren besetzt. Die Verwandlung geschieht in einem leichten Gewebein eine haarige Puppe. Die Spinner sind zungenlos, die Männchen haben sehr breit-gekämmte Fühlhörner; verbreitete, immer nur mit dünnen Schuppen bedeckte, und alsohalbdurchsichtige, die Weibchen nur ganz kleine, unbrauchbare Flügel.

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