Band 
Zweyter Theil.
Seite
521
JPEG-Download
 

531

Zweyte Horde der Phalänen, die Eulen. Neunte Familie.

wohl als Hinterrand fuchsbraun mit mehreren kaum sichtbaren Zackensireifen. Vor ihrenbleichen und verloschenen Narben stehn 2 Paar und hinter denselben 7 Paar schwarzerPuncte in Queerreihen auf den Nerven. Das Weibchen ist breitleibig.

Raupe. Nackt, grün, mit subtilen, weißen Rieselpuncten ganz bestreut, miteinem breiten schneeweißen Längsstreif, und daneben 2 bis 4 schmalen gleichfarbigen Liniengeziert; die weißen Luftlöcher sind geringelt.

Sie ist nicht abgebildet, gleicht aber in etwas der Ph. Oleracea Lin., welcheRösel I. Nachtvög. 2. Classe t. 32. abgebildet hat.

Beschreibung des vollkommenen und unvollkommenen JnfectS.Diese schwer zu beschreibende Eule mißt nach ihrer Flügeiausbreitung 1 Zoll und ; Linien,und ihre nebelichttzn schmalen Vordersiügcl sind nach dem Außen. oder Vorberrande hinmit Schmutzigockergelb gemischt, nach dem Innen, und Hinterrand aber strichweise fuchs-braun. Gleich nach dem von der Wurzel herkommenden kurzen Längsstrich steht eine Dop-pelreihe schwarzer Pünctchen, die nur auf den Nerven oder Adern sichtbar sind, und weißeneben sich haben. Hierauf zieht sich eine schwer zu unterscheidende einfache Zackenlinie vorden 2 ockergelben verliehenen Narben, nämlich der Ring. und der Nierennarbe, zwischenwelchen der Raum zimmetbraun ausgefüllt ist. Sodann erscheint eine ebenfalls schwerzu findende Doppelzackenlinie, die an eine Queerreihe schwarzer Puncte gränzt. Einedritte bräunliche Zackenlinie folgt hierauf, von weichen acht schwarze Längsstrichelchen indie fuchöbraunen Franzen gehn. Am braungefleckten Vorderrand stehen nach vornen hin3 oder 4 Puncte. Die ausgebogenen Hinterflügel sind aschgrau mit schwärzlichen Adernund ockergelben Franzen. Auf der Unterseite sind die Vorderfiügel aschgrau und die Hin-tern greisgrau, alle nach dem Vorder- und Hinterrand etwas rörhlich, mit einem dunkelnMittelpunkt, hinter welchem die Hinterflügel noch einen Wischstreif haben. Der Kopfhat das Ansehen, als wäre er vierspitzig; dies kommt von den Haarschöpfen. Die meistenTheile dieses Jnsects sind fuchsbraun, außer den rostgelben, gekerbten, borstenförmigenFühlhörnern und den schwarzbraunen Augen. Auch hat der Rücken des Hinterleibesbraune Haarschöpfe, wovon der auf dem 4. Ring der stärkste ist. Im Sitzen hatdiese Phaläne das Besondere, daß g Spitzen vornen über und am Halskragen hervor-zuragen scheinen; auch gleicht sie, sobald sie die Flügel zusammenlegt, eben so wie ihreFamiliengenossen, einem Stückchen verfertigten Holzes. Es gibt auch fast ganz licht-grauncbelichte, desgleichen mit Schwarzbraun überhäufte Varietäten.

Die ihr zugehörige, fast walzenförmige Raupe ist nackt, grün, mit subtilen weißenRieselpuncten ganz bestreut, mit einem breiten sehr weißen Längsstreif und daneben 2 bis 4schmalen gleichfarbigen Linien geziert: die weißen Luftlöcher sind geringelt. Sie hat dieEigenschaft des Mordens gleich den sogenannten Mordraupen an sich, und soll sich nachBrahm thrils zu End? d ö MayS, theils zu Ende des Oktobers verpuppen, und im erstenFall 3 bis 4 Wochen, im letzten 5 Monate ruhen. Bey mir geschah das Verpuppender Raupen in einer ausge/ponnenen Erdhöhle meistens in der Mitte des Julius, so daßdie Entwickelung nach 28, 37, oder auch 53 Tagen, mehrentheils zu Ende des Augusts

erfolgt,