Band 
Dritter Theil.
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Sechste Horde der Phalänen, die Motten. Dritte Familie.

Raupe. Gesellschaftlich lebend, von Farbe ledergelb, mit 2 Reihen schwarzerPuncte, wovon auf jedem Ring ein Paar stehen, gezeichnet.

Beschreibung deö vollkommenen und unvollkommenen JnsectS.Die eilf Linien messende Motte hat reinweiße schmale, weißgeftanzte Vorderfiügel mitvielen schwarzen Puncten gezeichnet, deren der Vorderleib auch mehrere hat. Die Hinter-ßügcl stnd wie der Hinterleib dunkelgrau.

Ihre überwinternde schwarzköpfige Raupe hat eine ockergelbe Grundfarbe, undüber den Rücken laufen 2 Reihen schwarzer Puncce, wovon auf jedem Ring ein Paar ste-hen. Sie lebt bis zu ihrer Verpuppung gesellschaftlich, und sie überspinnen sich dichteden Ort ihres Aufenthalts, indem sie keinen Schritt thun, ohne einen Faden zu ziehen.So sind sie für den meisten Feinden gesichert und können ihre Gefräßigkeit ruhig fort«sehen. Da sie, so bald in ihrem Gespinste die Lebensmittel aufgezehrt sind, solches sogleichmit gesellschaftlichen Kräften wieder Erweitern, so sehen die Gartenhägen oft in der Fernenicht anders aus, als wenn sie rauchte«.- Wenn die Witterung bequem ist, so verwandelnsie sich schon zu Ende des Junius und im Julius, ohne aus ihren Nestern zu weichen,in gelbe, auf beyden Seiten spitzige Puppen, die in Form eines Gerstenkorns und We-berfthiffö, und (wie die Raupe zuvor zu thun pflegt) fast senkrecht in dem feinen Gespinstehängen. Ihre Ruhe dauert vierzehn Tage, selten vier Wochen.

Aufenthalt, Fortpflanzung und Schaden. Die Motte, welche ihreFlügel dachförmig trägt, zeigt sich,zu Ende des Julius und im August an Feld- und Gar-tenhecken, und ihre Raupe lebt im Junius und Julius auf dem Spindelbaum oderPfaffenhütchen (Evonymus europaeus L.), an dessen Spitzen das Weibchen nach derBegattung seine zahlreichen Eyer, ohngefähr hundert, legt, wodurch dessen niedlich ge-baute, schön rothgefärbte Früchte zu Grunde gehen, die die Gartenhägen nicht wenig gie-ren würden, wenn dies Jnfect nicht so oft die Veranlassung zu deren Verwüstung wäre.Und wenn ihr so angenehmes Futter, der Spindclbaum, verzehrt ist, so gehen sie auch dieGesträuche der Vogelbeeren und Traubenkirschen, ja selbst Obstbäume an, wo-durch alsdenn die Reifs des Holzes nicht erfolgt, die frischen Augen nicht erscheinen,und die Früchte auf einige Jahre ausbleiben.

Aus den obigen Eyern entwickeln sich noch im Herbst die Räupchen, die sich zuihrem Schutze gegen die Wintcrkälte etliche Blätter zusammenziehen, und da in einemKlümpchen bis ins nächste Frühjahr liegen.

Mittel dagegen. Man stelle ihr in jedem ihrer verschiedenen Stande nach.

1. JmRaupenstand. Im Herbst durchsieht man feine Hecken, bricht, wenn dasandere Laub abgefallen ist, die stehengebliebenen Spitzen dieses Strauchs ab, darin sichdie Raupennester befinden, wodurch oft der ganze Schaden fürs künftige Jahr gehobenwird. Desgleichen sucht man zu Anfang des Mays die durch ihr Gespinst ins Auge fallendenNester auf, um die noch kleinen Raupen am kürzesten mit dem Zweig, daran sie sich ver-bergen, abzunehmen und sorgfältig zu zertreten.

2, Im Puppenstand können noch ganze Bruten ausgerottet werden, welche»um vorher etwa übersehen hatte. Dies kann durchs Zertreten und Verbrennen geschehen.

z. Im