Die Spinnen.
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Radii ausgehen, welches sie so lange fortsetzt, bis sie über den Queerfaden voll dem äußerstenEnde eines Radii bis zu dem äußersten Ende der Radiorum gehen kann. Hernach macht sie eine»neuen Faden in dem Mittelpunct an, welchen sie in die Länge an einem von den Radiiö hinzieht,und in der Mitte eines Queerfadcns mit ihren Warzen befestigt. Auf diese Art macht sie so vielRadios, als sie für gut befindet. Wenn alle Radii gemacht sind, begibt sie sich in den Mittel«Punct. Daselbst macht sie einen neuen Faden, welchen sie in einer Spirallinie auf den Radiis,von dem Mittelpunkt an bis so weit, als sich ihr Gewebe erstrecken soll, auflegt und befestigt-Wenn dies geschehen ist, so seht sie sich in den Mittelpunkt ihres Gewebes, und hat stets denKopf unter sich gekehrt, vielleicht sich vor der großen Helle des Himmels zu verbergen, weil siekeine Augenlieder hat, selbige zu mäßigen: oder vielmehr, damit sie sich stützen, und mit ihremgroßen Leibe auf der breiten Grundfläche ihrer Brust ruhen könne, an welcher die Füße befestigtsind, die das ganze Thier tragen: da sonst, wenn sie den Kopf über sich hielte, der Leib, wel-cher sehr groß ist, nur an einem kleinen Faden hangen würde, mit welchem er an die Brust an-gehängt ist, welches ihr beschwerlich seyn könnte.
Die Spinne ist nur bey Tage in dem Mittelpunkte ihres Gewebes. In der Nacht, oderwenn es regnet, oder bey großem Winde, versteckt sie sich in ein kleines Behältniß, welches siesich außen an ihrem Gewebe, unter dem Blatt eines Baumes, oder einer Pflanze, oder an ei-nem andern Orte, welcher mit etwas Dichterem bedeckt wird, als ihr Gewebe ist, und in wel-chem sie vor dem Regen sicher seyn kann, gemacht hat. Sie erwählt dazu gewöhnlich einen Ortgegen den erhabenen Theil ihres Gewebes; ohne Zweifel deswegen, damit sie im Fall der Nothgeschwind hinein fliehen könne; deini die meisten Spinnen können sehr leicht und viel geschwin-der aufwärts, als niederwärts laufen.
Der Fang der Spinnen geschieht eigentlich auf folgende Art. Sobald eine Spinne eineFliege gehascht hat, faßt sie solche mit den Zangen, und drückt sie auf die uncer denselben lie-gende doppelte Reihe Zähne, in welche diese wie ein Taschenmesser einschlagen. Dadurch wirdsie gleichsam gespießt, und wenn sie todt ist, seht die Spinne beyde Zangen mit den Spitzen indas Cadaver, und saugt es aus.
Daß sie, zufolge der in seiner 8y monatlichen Gefangenschaft gemachten Entdeckung einesFranzosen, Q.uatrem«re Disjonval, Mitglieds der ehemaligen Pariser Akademie undDatavischen Generaladjutantcn, als Wetterpropheten alle Wettergläser weit übertreffen, ist be-reits oben in der Einleitung bemerkt worden.
Auch muß hier der Verfertigen» der Herbstfäden, Marienfäden, oder des fliegenden Som-mers, gedacht werden. Diese ist die fliegende S0 mm c rsp inn e, Aranea obtextrixBechiteinii, welche ausgewachsen die Größe eines Stecknadelkopfs erreicht. Auf ihrcnrlänglichen Vorderkopf liegen in einem zirkclrundcn Kreise 8 graue Augen; der Hinterleib ist ey-rund, der Vorderleib glänzend schwarzbraun; die Füße sind mittlerer Länge und gelblich; dasganze Thierchen ist mit einzelnen Haaren besetzt. Von 12 bis 2 Uhr bey Tage sieht man sie spin-nen, und sie fangen schädliche und unschädliche Znsccten in ihren Netzen.
Die Feinde der Spinnen sind die Dastardwespen (Sphex), Zehrwespen (Ichneumon),z. D. Degeers Abhandl. II. t. 30. f. 2. 3., desgleichen die Hühner und die andern Vögel;in Siam sind es auch die Menschen, von denen die Spinnen-Eyer gegessen werden; wofür wirEuropäer uns bedanken.
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