IYÜ
Sieben und zwanzigstes Kapitel.
Von der Sophistikation der Weine.
Lebensgefärliche Verfälschung durch Bleimittel von be-trügerischen Kaufleuten kommen in unsern Tagen nur seltenvor r ich wenigstens habe in meinem Lebenslaufe weder einBeispiel gesehen, noch von einer ausgemachten Tat-sache der Art gehört. Früherhin, als die giftige Eigen-schaft des Blei's auf den menschlichen Organismus nochnicht so algemein betaut war, ist es allerdings, aber dochweniger häufig, als man sich einbildet, geschehen. Nun,da der schädliche Einflus solcher Weinvcrbesse'rungen denenMenschen, die sich damit beschäftigen, gewis nicht werfremd ist; kan ich, wenn gleich mein Vertrauen auf Red-lichkeit nicht besonders groS ist, mir den Grad sorgloserBosheit doch onmöglich so ungeheuer vorstellen, daß eSBetrüger geben könne, denen die Folgen ihrer Mischungso gleichgültig seyn könten; und wäre auch daS: sofürchten sie die Ahndung der Geseze doch zu ser r ich glaubedaher der S. 164 in der oft a. S. gemachten Behauptung;» daß viele leichte franzöische, besonders Lothringerweine,» die viel Säure haben durch Bleikalk entsäuert würden --um so mer widersprechen zu müssen, da ich zu verschiedenenZeiten und lange im Elsas und Lothringen war, diesesauern Weine da und in Deutschland oft gekostet, sieimmer sauer und schlecht, one Verdacht von Blei ge-funden habe. Nur unbezweifelte Tatsachen können hierUeberzeugung geben und es ist Unrecht: das Gemüt derMenschen one Ursache beunruhigen zu wollen. Uebrigensist die Wachsamkeit der franzöischcn Weinpolizei bekantund öffentlich bekant gewordene Bestrafungen von Menschen,die, weniger schädlicher, Weinverfälschung schuldig waren,sind noch ganz neu... Verfälschung durch Arsenik ist nichtdenkbar: die geflissentlichen Vergiftungen damit, geschehengewönlich durch Speisen; von einer solchen Wcinvergiftungist nichts bekant. Käme aber Eine, oder die Andere vor;so bedürfte es zu ihrer Ausmittelung die ganze Gewand-heit eines Chemikers von Profession; die aufgegriffenenfragmentarischen Notizen eines empirischen Dilettanten sin^warltch! dazu nicht hinreichend.