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Der botanische Garten der Universität zu Halle im Jahre 1799 / [Kurt Sprengel]
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Mahl im Februar zu machen, weil die Versen-dung der'Sämereyen bestimmt vorn isten bis i4tenMärz erfolgt. Wessen Bestellungen später ein-laufen, wird es dieser Verspätung zuschreiben,wenn er weniger bekommt.

3. Anlage des Gartens in Rücksicht der Kunst.

Die Befolgung der Gesetze der schönen Kunst( konnte bei unsern Anlagen nur ein Nebenzweck

seyn: aber, wo die Natur so vieles schon vorbe-reitet hatte, da wäre es unverzeihlich gewesen, aufdiese Winke nicht zu achten. In der That wirdman wenige grössere Gärten sehen, deren Laget* so vortheilhaft und deren Umgebungen von der

Natur schon so verschönert wären, als den uns-rigen.

Der Garten liegt auf einer Anhöhe, die nachWesten durch das jähe felsige Ufer der Saale un-terbrochen wird. Ein fruchtbares Thal, vollLandhäuser, kleiner Waldungen und reinlicherDörfer, wird von dem ruhigen Flusse in meh-rern Armen durchschlängelt, und erhebt sich end-lich am fernen Horizont so sanft, dass man dieganze westliche Gegend, wenigstens auf andert-halb Meilen weit, von den Felsrücken im Gar-ten, vorzüglich vorn Königs-Platze, ( i 1 .) über-sieht.

Vermöge seiner natürlichen Lage hat alsounser Garten den Charakter der Heiterkeit. Die

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