Band 
Dritter Theil. P bis Z.
Seite
36
JPEG-Download
 

Psrentruy, deutsch Pruntrut , eine ivohlgebauteStadt mit 2)Z1 Eintv. Sie liegt unter 24° 48' Länge und47° 27' Breite, auf einer Anhöhe über dem Flüßchen Halle ,1390 F. ü. M. und 20 St. von Bern , in schönem undfruchtbarem Gelände, dessen Klima jedoch ziemlich rauh ist. Daßdie Römer sich hier aufgehalten, beweisen einige alte Waffenund römische Münzen, die man beim Graben gefunden;daß aber Pruntrnt das alte Amagetobria gewesen, in dessenNähe Julius Cäsar den Ariovist besiegt, wird von mehrecnAlterthumSforschern bezweifelt. Wahrscheinlicher ist es, daßPruntrut ursprünglich ?e>ns UaAnotrustis geheißen , von einerBrücke, welche die Gemahlin des fränkischen Königs Dago­ bert I hier erbauen ließ, wie denn in alten Urkunden derName pons-iaintruäis, kont-iaintrin, Uorsinl.ru öfters er-scheint. Unter den Sehenswürdigkeiten zeichnen sich aus:die Halle,(ehemals ein Korn- jetzt ein Gasthaus, zum Bärengenannt), das Hospital, von barmherzigen Schwestern be-dient und trefflich besorgt, und das RathhauS. Diese Ge-bäude wurden unter dem Fürstbischof Simon Niklans vonFrohberg 1765 erbaut. DaS vormalige Jesuiten -Kollegium-von Bischof Jakob Christoph Blarer gestiftet, hat währendder franz. Beherrschung an seinen Gebäuden theils durchVernachlässigung, theils weil sie verbaut wurden, so wie.seine schöne Bibliothek durch Plünderung gelitten. In dem-selben ist jetzt eine wissenschaftliche Anstalt, an welcher, unterder Leitung"eines Prinzipals, 10 Professoren in Theologie,Philosophie-, Mathematik und den schönen Wissenschaftenunterrichten. Die General-Direktion über diese und eineähnliche Anstalt zu Delsberg hat einen Studiendirektor. Die-Pfarrkirche St. Stephan (in welchen ehemals die sogenanntenSt. Michaels-sperren den Gottesdienst besorgten), ist mehralt als ansehnlich, jedoch wird ihr Altarblatt von Kennernsehr gerühmt. DaS Schloß am nördlichen Vecgabhange, dieehemalige beständige Residenz der Bischöfe- von Basel , hat,ausser einer anziehenden Aussicht und einem alten Thurm,Rehfug (Refousse),..welcher mit der daran stoßenden Mauerrömischen Ursprungs sein sol!, wenig von seinem alten Glänzebeibehalten. So lange die, Bischöfe hier ihren Sitz hatten,brachte diese Hofhaltung den Einwohnern Verdienst. Nichtweniger Vortheile gewährte es ihnen,, als die Stadt derHauptort, des franz. Departements von Montterrible undspäter einer Unter-Präfektnr wurde. Ausser einer Tuch- undeiner Waffenfabrik in der Nähe, beschränkt sich die Industrie,auf, etwas Kleinhandel, auf Handwerksbetrieb, namentlichauf einige Gerbereien und Bierbrauereien, so wie auf Be-wirchschastuog der Güter, wozu noch-die Vortheile der stark-besuchten Jahrmärkte kommen. Zur Beförderung der geistigenund wissenschaftlichen Kultur ist zwar eine kleine Buchdruckereivorhanden; sie beschäftigt aber ihre Pressen nur mit demDruck von Andachtsbüchern; jedoch erscheint in derselbennoch. das Läberbergische Wochenblatt. Prnntcut hat die Ehre,einen- guten Literakor erzeugt, zu haben, den sranzös. Ge-schichtschreiber Pierre Mathieu-, den Biographen Heinrichs IV,tzer '1621 gestorben ist.. Unweit der. Stadt., bei. dem Begrab-