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Botanische Untersuchungen über Hefenpilze. Fortsetzung der Schimmelpilze. [Heft V. - VIII.]
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Exoascus bei (1er Auskeimung der Schlauchsporen Hefen bilden; und da nundiese Pilzformen auf ihren Mycelien in Schläuchen fructificiren, so wurden dieIlefenpilze, w 7 eil sie in den Hefezellcn Sporen bilden, zu selbständigen Schlauch-pilzen ernannt und als solche an die Gymnoasci, denen die Hefen doch nur alsein Entwicklungsglied angehören, angeschlossen und zwar als einfachste Asco-myceten-Formen mit freiem Ascus.

Ich möchte nicht glauben, dass die angeführten Untersuchungen über dieGymnoasci und über die Hefen gerade sehr geeignet sind, die Combinationsgabede lianf s auf dem Gebiete der vergleichenden Morphologie in ein besondersgünstiges Licht zu stellen. 1 ) Die damaligen Beobachtungen sind nicht bloss

) Und kaum viel glücklicher als in der Beurtheilung der Hefen dürfte de Bart/ in denvon ihm neuerdings entdeckten Grundlagen eines natürlichen Systeme» der l'ilze (Beiträge V) ge-wesen sein. In den Initialfäden der Perithecien von Podosphaera unter den Ascomycetenund in deren Schlauchfrucht selbst stellt er die Verbindung her zu den Geschlechtsorganen undden geschlechtlich erzeugten Früchten resp. Sporen von Peronospora unter den Oomyceten, undin dem Anschlüsse der erwähnten zwei Formen aus den beiden Classen glaubt er die Grundlageeines natürlichen Systeme» der Pilze aufgefunden zu haben. Jeder Botaniker, der in den Pilz-formen, um welche es sich hier handelt, genugsam orientirt ist, wird nicht zweifelhaft darüber seinkönnen, dass in den bis jetzt bekannten Formen der Oomyceten einerseits und denen der in Asco-myceten andererseits natürliche Gruppen gegeben sind (so wenig zutreffend auch von de Bary derName »Ascomyceten« nach dem Ascus vordem gewählt ist). In den beiden Gruppen sind diejeweils einfacheren und in diesem Sinne primären Formen diejenigen, bei welchen die geschlecht-liche Fortpflanzung in Spermatozoiden (oder Spermatien) und Eiern fortbesteht. Von diesen For-men leiten sich andere natürlich ab, bei welchen die Ausbildung dieser Geschlechtszellen nichtmehr erfolgt, bei welchen also beispielsweise keine männlichen Frachtformen mit freien Geschlechts-zellen mehr gebildet werden, vielmehr deren Initialfäden oder Initialzellen selbst als »Pollinodien«den Geschlechtsact vollziehen. Dass in diesem Sinne in Monoblepharis unter den Oomyceten,soweit bis jetzt die Formen der Classe bekannt sind, ein natürlicher Ausgangspunkt der Formen-reihe gegeben ist, weil hier noch Spermatozoiden in den Antlieridien ausgebildet werden, darüberist auch de Bary nicht zweifelhaft gewesen, noch auch darüber, dass die Formen von Peronosporaund andere, bei welchen die Antheridien keine Spermatozoiden bilden und selbst zu befruchtendenPollinodien geworden sind, im Vergleich zu Monoblepharis als rückgebildete, also secundäre oder-abgeleitete Glieder derselben Classe anzusehen sind. Nach de Bary sind nun weiter die Sper-matien bei der Formenreihe der Ascomyceten männliche Geschlechtszellen; den Formen unterder Ascomyceten also, welche noch Spermatien besitzen, kommt naturgemäss, soweit zur Zeit die For-menkenntniss reicht, eine ähnliche Stellung innerhalb der Classe zu, wie sie de Bary der Monoble-pharis unter den Oomyceten eingeräumt hat; diese Formen werden hier (wie dort) im Vergleich zuden Uebrigen nach dem Ausgangspunkt der Classe hin natürlich placirt sein, und zu ihnen stehenganz ebenso die übrigen Formen, bei welchen die Spermatien nicht mehr Vorkommen und die Ini-tialfäden von Spermatienträgern zu Pollinodien geworden sind, welche (nach de Bary) die Befruch-Hrefeld, Butan. Untersuchungen. V. 25