Band 
Botanische Untersuchungen über Hefenpilze. Fortsetzung der Schimmelpilze. [Heft V. - VIII.]
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Ganz besonders auffällig wurde der Einfluss des Lichtes bei einer An-zahl von Culturen, die, gleichzeitig angesetzt, zur einen Hälfte imFinstern gehalten, zur anderen dem Lichte ausgesetzt wurden.Hier fanden sich auf den nicht beleuchteten Culturen nach 3 Wochennoch gar keine Fruchtanlagen vor, während die im Lichte stehendenCulturen von einem reichen Flor normaler Fruchtkörper dicht be-deckt waren. Nach weiteren 3 Wochen waren diese Culturen durch diefortgesetzte Bildung von neuen Fruchtkörpern erschöpft. An den im Finsterngehaltenen Culturen fanden sich jetzt ganz vereinzelte vergeilte Fruchtanlagenvor, die aber auch auf den grössten Culturen selten mehr als 1520 betrugen.Dann wurden auch diese Culturen dem Lichte ausgesetzt und zwar immer dieeine nach der anderen in Zwischenräumen von 14 Tagen. In jedem Falle warendann auch diese Culturen in der angegebenen Zeit von 10 Tagen mit Frucht-körpern dicht bedeckt, die alle zur unmittelbaren Sporenreife gelangten.

A uffä lliger noch als hier bei den sclerotienlosen Formen des Coprinusstcrcorarius äusserte sich die Wirkung des Lichts bei zwei anderenFormen der artenreichen Gattung Coprinus, welche ich auf ausgelegtcm Pferde-mist auffand, bei dem Copr. nycthemerus (Vaill.) und bei dem Copr.plicatilis (Curt-is) , deren Fr.uchtkörpcr ich bereits auf Seite 38 be-schrieben habe.

Zur Auffindung dieser Formen ging ich ganz methodisch zu Werke.Es wurde Pferdemist, aus verschiedenen Stallungen entnommen, zur Pilzbildungunter Glasglocken ausgelegt. Die im Finstern gehaltenen Glocken wurdennach Ablauf von 1_4 Tagen von den zuerst aufgetretenen Schimmelbildungen,zumeist Mucorinen, vorsichtig gereinigt und dann wie der in den finstern Schrankgestellt, in welchem sie noch durch aufgestülpte Pappdeckel gegen jedenLicliteinfiuss einzeln und besonders geschützt waren. Nach einem abermaligenAufenthalte von etwa sechs Wochen im finstern Schranke wurden die Culturenbesehen. Ich fand auf mehreren von diesen vereinzelte Fruchtkörper einesHutpilzes vor, den ich in Figur 12 gezeichnet habe. Auf den langen, faden-förmigen Stielen war nur die Andeutung einer Hutanlage zu unterscheiden.Ueberzeugt, dass schon in dieser gefundenen, vergcilten Form eines Basidiomy-ceten ein lichtbedürftiger Pilz vorliege, setzte ich nun die Culturen demLichte aus.