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Grund ist einfach. Es ist leichter Het'econidien zu cultiviren und Abhandlungen über
die verschiedenen Hefen- oder Kalnnpilze zu schreiben, als die Schwierigkeiten zu
überwinden, welche einer geschlossenen Oultur der höheren Pilze, von den einzelnen
Sporen der höchsten Fruchtform ausgehend, natürlich entgegenstehen. Hier ist die
volle Herrschaft der Cultunnethoden erforderlich, hier kommt man mit Gelatine- oder
Agar-Agar-Gelatine-Culturen (die übrigens nur eine einseitig beschränkte An-
wenduno- der von mir begründeten Cultunnethoden zur L ntersuchung der Pilze sind - ),
zu o-ar nichts, weil ihre Leistuno-skraft schon aufhört an der Stelle, an welcher hier© > © '
die Anforderungen beginnen. Seitdem die Gelatineculturen sozusagen als neues V under-mittel der mycologischen Forschung (zugleich mit dem Tuberkulin in der Medicin)verkündet und ausposaunt sind, hat sich die Cultur der sogenannten niederen Pilzegleichsam als eigene und besondere Disciplin ausgebildet und von der Mycologie ab-gezweigt. Es dürfte jetzt an der Zeit sein, von diesem einseitigen und irreleitendenVerfahren abzulassen und wieder zur freieren und breiteren Beurtheilung und damitzu breiteren und besseren Methoden zurückzugehen, wenn man weitere und höhereResultate anstreben und erreichen will. —
Mit den Formen der Gattung Tolyposporium sind die mir zugänglich gewordenenFormen der Ustilaginaceen in Sporenhaufen und damit zugleich die Formen dieserFamilie überhaupt erschöpft, soweit ich sie selbst gefunden oder zugeschickt erhaltenhabe und der Cultur in Nährlösung zugänglich machen konnte. — Wir wenden unsjetzt den Formen der zweiten natürlichen Familie der Brandpilze zu, den Tilletiaceembei welchen die Hemibasidien einzellig sind und die Conidien auf der Spitze inwechselnder und unbestimmter Zahl gebildet werden.
B. Autoliemibasidii.
Tilletiaceen.
Hemibasidien einzellig, Autobasidien ähnlich.
Die Tilletiaceen zerfallen, gleich den Ustilaginaceen, in Formen mit einzelnenfreien Sporen und in solche mit Sporenhaufen, die aber hier zu einer höherenDifferenzirung als bei den Ustilaginaceen ansteigen.
1, Brandsporen einzeln frei, nicht in Haufen vereinigt.
Diese Formen sind im Vergleich zu denen der Ustilaginaceen weniger zahlreich,
sie umfassen nur wen iw Gattungen mit geringer Artenzahl.
Die Gattung Tilletia umfasst allein die meisten Formen, und nach dieser
Gattuno- wird die Familie der Tilletiaceen mit Hecht benannt. Die Gattungen© °