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Untersuchungen aus dem Gesammtgebiete der Mykologie. Fortsetzung der Schimmel- und Hefenpilze. [Heft IX. - XII.]
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weitem Risse in dem schwarzen Exosporium ein Keimsehl auch hervor, der durch diedünne Wasserschicht hindurch in die Luft wuchs (Fig. <S21). Der Keimschlauchblieb einfach und ungetheilt und stellte, sobald er die Luft erreicht hatte, sein Längen-wachstlmm ein. Auf der etwas verbreiterten Spitze traten nun eine grosse Zahl feinerYegetationspunkte auf (Fig. 8 ), die sich verlängerten und allmählich strahlenförmigausbreiteten, bis sie die Form feiner Nadeln erreicht hatten und hiermit ansgewachsenwaren (Fig. <S i_ 4 L Das Stadium der Ausbildung äusserte sich darin, dass die regel-

mässige, im Köpfchen strahlenförmige Anordnung verfiel und das Köpfchen zusanunen-sanlc (Fig. 0 i_n). Theils von selbst, theils durch. Erschütterung gefördert fielen dieeinzelnen Nadeln von dem Träger ah aut die Oberfläche des Tropfens und stelltendie aus ausgereiften und dichten Köpfchen gebildeten Conidien des Pilzes dar(Fi<r. 0 , 10 u. 11). Die Zahl der Conidien des Köpfchens schwankte (Fig. 8 ,0 u. 10) nach der Dicke der Sporen zwischen 3050 und vielleicht noch mehr, siewaren mit Sicherheit nur von oben zu zählen, wo ich bis 50 gesehen habe. Sobalddie Köpfchen welk wurden, wie es hei offenen Objectträgern nur zu schnell geschah,war kein Zählen mehr möglich, weil die Conidien abfielen und sich über den Wasser-tropfen verbreiteten, ln den Figuren 810 sind eine Anzahl von Keimungen mitkurzem oder lano-em Fruchtträo-er in intacten Köpfen und in den weiteren Stadienihres Verfalles danrestellt. In dicken Wasserschichten wachsen die Fruchtträger oftsehr lang aus, bilden Kammerungswände nach hinten, bis endlich die Spitze die Lufterreicht und zum Conidienköpfcheu wird. Es ist auch hier, wie bei den Formen derTilletia, nicht selten, dass sich der Fruchtträger verzweigt, wie in Figur 20 und 21.Die Verzweigungen blieben alter ohne Scheidewand, bis schliesslich eine der Spitzendie Luft gewinnt und zur Conidienbildung übergeht (fig. 21). Welche von denSpitzen diesen Vorzug hat, hängt vom Zufall ab; dass es so gut ein Seitenzweig wiedie ursprüngliche Spitze sein kann, versteht sich von selbst. Für die Conidienbildungwird dann der ganze Inhalt des Trägers verwendet, und alle Verzweigungen werdenaltgekammert; nachträglich ist der ganze Fruchtträger mit dem Abschluss der Conidien-bildung entleert und nur die Kammerungswände durchsetzten ihn (Fig. 21). .Je weitersieb der Fruchtträger vor der Conidienbildung in Längenwachsthum erschöpft, um sokleiner ist die Zahl der Conidien in dem endlich gebildeten Köpfchen. Die Ab-gliederiflig der Conidien im Köpfchen finden etwas über ihrer 1 rsprungstelle statt,die als Papillen auf dem abgeblühten Köpfchen in der Zahl der erzeugten und alt-gefallenen Conidien noch nachträglich sichtbar sind (fig. 1)11). Die Conidien sindlang, kaum gebogen, fadenförmig dünn, und beidendig zugespitzt, man muss sehrscharf Zusehen, um zu erkennen, dass das untere Ende der Conidien etwas dicker istwie die Spitze (Fig. 15 u. l(i). Gewöhnlich bleibt ein grosser Tlieil der Conidienauf dem Wassertropfen ausgebreitet, in der 1 mgeltung des zugehörigen und abgeblühten