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Untersuchungen aus dem Gesammtgebiete der Mykologie. Fortsetzung der Schimmel- und Hefenpilze. [Heft IX. - XII.]
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Zu einer weiteren und sicheren Beurtheilung liess mich, leider das erhalteneMaterial im Stich. Die befallenen Früchte waren unter sich nur unwesentlich ver-schieden, und zwar allein in dem Yerhältniss der äusseren schwarzen Sporenmasse zudem farblosen Kerne, der kleiner war in kleineren Fruchtknoten und erheblich grössererschien, wenn auch die Grösse des Fruchtknotens eine weit ansehnlichere wurde.

Das -Material wächst leider nicht bei uns, und es musste hier für den Reisbrandzunächst fraglich bleiben, ob neue Zusendungen Aufschluss geben werden, der amEnde nur durch Beobachtungen am natürlichen Standorte des Reisbaues möglich seinwird. Aber eine bessere und noch sichere Entscheidung des Befundes warwenn auch nicht direct an diesem für Untersuchungen im Korden Europas nichtgeeio-neten, weil nur südlich vorkommenden Materiale doch immerinn noch zuhohen durch Auffindung einer ähnlichen und verwandten Form, welche inder Entwicklung auf den Xährpflanzen nach der sclerotialen Seite weiterginge als der sogenannte Reisbrand und also mit geringeren Conidien-lagern die vermutheten Sclerotien noch ausgebildet zur Reife förderte.

Ustilaginoidea Setariae n. sp. auf Setaria Crus Ardeae Willd.

Dieser Gedankengang war kaum bis zu einer Klärung des möglichen Zieles ge-dielien, als ich durch Dr. Möller aus Blumenau eiue neue Brandform aufSetaria Crus Ardeae Willd. zugesandt erhielt. Die lange Rispe des Grases hatteein schmutzig staubiges Ansehen, welches dadurch entstanden war, dass von einzelnenbrandigen Früchten, die um das 510 fache der Grösse der normalen kleinen Früchteangeschwollen waren, der schwarze, grünlich schillernde ßrandstaub sich abgeriebenund auf die ganze Rispe staubig vertheilt hatte. Es mochten in der ganzen grossenRispe etwa 5060 Körner brandig sein, die schon in dem Fruchtstiel unter derFrucht eine bimförmige Anschwellung zeigten, an welche sich nach oben die eigentlichebrandige, wiederum grünlich schwarz schillernde Brandmasse der Frucht anschloss.Die Brandsporen lagen frei nach Aussen und zeigten unter dem Mikroskopeine so völlige U eher ein Stimmung mit dem vermeintlichen Brand läge rvom Reis, dass ich zunächst glaubte, der Reispilz könnte auch auf andern Gräsern,also im speciellen Falle auf Setaria Crus Ardeae, zur Ausbildung kommen. Bei nähererBesichtigung zeigte sich aber in der geringen Dicke der Sporenmasse aufden befallenen Früchten und in der grösseren Rauhheit der Sporen, diesich in Ammoniaklösung weniger verlor, ein deutlicher Unterschied gegenden Reispilz, der noch darin gesteigert wurde, dass die Sporen nicht auskeimenwollten. Sonst haftete auch hier an der runden, gleich grossen Spore dieselbe grün-liche in Ammoniak und Alkohol unter starker Färbung sich lösende krümelige Massefest an, welche auch die gleiche grünliche Schillerung veranlasste. Die Bildung der