Barometermessungen
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Nach dem Rußzuge der Tafel 1 ist die Quecksilbersäule von 28 ZollHöhe in 2800 Theile gethcilct, für jeden Theil aber ist der hyperbolischeLogarithme von der Höhe der darzu gehörigen Luftsäule angegeben.
Nach dem Auszuge der Tafel II sind für jede 0,2 des Wärmegradesnach der Reaumürschen Scala, die verschiedenen Langen einer Luftsäule, diebei 0 Grad Temperatur einer Quecksilbersäule von 28 Zoll das Gleichgewichthalten und bei gleicher Dichtigkeit 24488 hoch sind, bestimmt. Die TafelIII gibt die Berichtigungen, wegen Veränderung durch die geographischeBreite von 0 bis 90 Grad und für die Höhen von 7200 bis 19800 Fuß an.
Endlich erstehet man aus Tafel IV die Berichtigung für die Abnahmeder Schwere in senkrechter Richtung bei hohen Bergen.
Uebrigens ist beim Gebrauche des Barometers stets darauf zu sehen, daßes in vollkommenem Stande sich befinde, daß die Theilstriche mit Flußspat-säure so sein eingerissen seyen, um sie nur noch mittelst eines Vergrößerungs-glases erkennen zu können und jeder Zoll 100 Theile enthalte.
Ein Beispiel über den Gebrauch dieser Tafeln:
Man fand am 12ten May 1819, daß das Barometer auf der Kokels-|e des Thüringerwaldgcbirgs 25,134 Zoll und der Wärmemesser auf 2Grad über dem Gefrierpunkt stand; ganz am Fuße des Gebirges beim DorfeWerra zeigte das Barometer 27,129 Zoll und der Wärmemesser zeigte 6 Grad.Es ist nun nach Tafel I, 27,12 — 905441Für 9 Tausendtheile unten
am Rande der Tafel—36,9 — 324
addirct — 905765 (a)
: ferner für 25,13 — 829233
für 4 Tausendtheile — 156
addiret — 8:9389 (b)
von (a), was in (b) stehet abgezogen gibt — — 0,76376 (c)
Die mittlere Wärme der Luftsäule 2st-6 halbiret—4, gibt nach TafelII, —24948, dieses mit (c) multipliciret, gibt die Höhe zu 1905 , 4 Fuß.
Die Gegenstände der Tafel III und IV kommen bei diesem Beispiele nichtin Anwendung.
Soll das Höhcnmeffen mit dem Barometer mit noch größerer Genauig-keit geführet werden, so kommen nach Hrn. Benzenbergs höherer Rechen-kunst, ebener und sphärischer Trigonometrie, Düsseldorf 1813. S. 495 nochfolgende Gegenstände zur Betrachtung:
1) es ist die Tafel II auf vollkommen trockene Lust berechnet, da nunaber diese in unserer Atmosphäre selten vorkommt, so muß der gefundenenHöhe des Berges noch das zugesetzt werden, was man für die verschiedenenJahreszeiten in der Tafel V bemerkt findet.
2) Da die obigen Barometertafeln nach der ältern Theorie der Lustar-^tcn berechnet sind, so muß nach dem neuen Daltonschen System der verschie-
I denen in unserer Atmosphäre herrschenden Luftarten, noch das, was in Tabelle_VI aufgeführet ist, von der gefundenen Höhe des Berges abgezogen werden und
3) da das im Barometer befindliche Quecksilber nicht den Grad Wärmeerlangt, den die Luftsäule hat, so sind eigentlich zwei Wärmemesser nöthig,der eine, welcher die Wärme der freien Lust angibt und der andere, welcheram Barometer angebracht ist, die Wärme des Quecksilbers anzeigt, und auselfterem die Quecksilbersäule berichtiget. Bei sehr langen Linien, wo es aufb-sondere Genauigkeit nicht ankommt, kann man sich auch des Barometerszu Bestimmung horizontaler Standlinien bedienen. Da man jede Barome-termeffung, wenn die Höhe über 2000 Fuß beträgt, bis auf^j, genau anneh-men kann, so läßt sich auch leicht aus der senkrechten Entfernung die hori-zontale bestimmen. Wäre z. B. Fig. 15 ab die mit einem Barometer ge-messene Höhe eines Berges, wäre ad für den Horizont bey c, die scheinbareHöhe, und hätte man in c den Elevationswinkel acd beobachtet. Da mannun ohne merklichen Fehler annehmen kann, daß da« Dreieck acd bey d ei-