Morgen Multiplikation einer Winkelmeffung 185
schwammiger Natur, enthalten auf ihrer Oberfläche gemeiniglich sehr vieleWasserpflanzen, sind selten von beträchtlicher Liefe und haben noch seltenereinen sandigen Untergrund. — Gemeiniglich ist auf jedem Torfmoore derersten Art, einer der zweiten, mehr oder weniger hoch aufgesetzt.
Et gibt nun auch noch eine dritte Art Torfmoore, die als unterirdischeSchichten mehrfach übereinander mit Iwischenlagen verschiedener Art ange-troffen werden, obgleich sie anfänglich auf eine andere Welse, als die vorhinerwähnten Torfmoore, entstanden zu seyn scheinen.
Die Fertigung eines Profils einer solchen Gegend begreift nun zweierleiVerrichtungen, die eine bestehet in einem Nivellement (s. Art. Nivellircn,,wodurch der Durchschnitt der sichtbaren Oberfläche für eine angenommeneHorizontallinie bestimmt wird. Man nimmt für diesen Zweck gewisse Distan-zen für die vorzunehmende Abwägung an, und bestimmt geodätisch die Punkte», b, o, <i, e, f, g und h Fig. 114. die, je genauer man da« Moorvrosil habenwill, in desto! kürzern Zwischenräumen gelegt werden. Bestimmt mannun mittelst einer Wasserwaage die Höhe I>B, so erhält man das allgemeineProfil ABI , der Gegend. Um nun aber die Tiefe des Moorgrundes zu er-forschen, bediene man sich entweder eine« Erdbohrers mit gehörigen Berlän-gerungsstangen, oder auch nur einer runden eisernen Stange von mäßigerStärke unten etwas stumpf zugespitzt. Mit einem dieser Werkzeuge sondiretman nun möglichst senkrecht, in den gewählten Punkten a, b, c, d, e, f undg die Tiefe des Torfmoores, wobei man, nach einiger Uebung sehr bald ge-wahr werden wird, ob man auf Holz, Sandboden, Stein rc. trifft. Trägtman nun diese gefundenen Tiefen von den entsprechenden Punkten lothrechtnach 2, 3, 4, 5, 6 und 7 aus, und verbindet zwei und zwei Punkte durchetwas gekrümmte Linien, so erhält man das Moorprofil, wie es die Figurzu erkennen gibt.
Morgen. Der wahre Morgen oder Osten befindet sich 90 Grade vondem wahren Nord- oder Mitternachtspunkte und eben so weit auch von demwahren Süd - oder Mittagspunkte entfernt. Hat man Norden vor sich, so liegtMorgen zur Rechten und Abend zur Linken, und beide letzteren Punkte machen,da sie als Punkte des Horizonts vom Zenith auch 90 Grade abstehen, diePole des Mittagskreises. — Alle uns sichtbaren himmlischen Körpergehen im Morgen auf. — Der erste Scheitelkreis, der den wahren Mor-gen und Abendpunkt trifft, wird mit dem Namen des ersten VertikalSbezeichnet.
Morgenweite, oder auch Abendweite genannt, ist der Bogendes Horizonts zwischen dem Punkte, wo ein himmlischer Körper auf- oderuntergehet, und dem wahren Ost- oder Westpunkte.
Multiplication der Figuren. Dieses kann nur von Rectangeln,Rhomboiden und Dreiecken verstanden werden, weil alle andere Figuren durchVerlängerung eine ihrer Seiten, ihre ihnen eigenthümliche Form verlieren.Diese gedachten drei Figuren werden mit einer gegebenen Zahl multipliciret,wenn man die Grundlinie verlängert, und auf diese Verlängerung das Maßder Grundlinie so viel mal weiter trägt, als der gegebene Zahlfactor Ein-heiten hat; dann bei dem Rectangel und Rhomboidc«, die der multiplicirtenSeite über liegende, ebenfalls verlängert, mit jener von gleichem Maßemacht, und dann durch Ziehung der Schlußseite, die Figur ergänzt. BeimDreieck hat man nur nöthig, von der Spitze nach dem Ende der vergrößer-ten Grundlinie, eine Verbindungslinie zu ziehen, und die Multiplication istgeschehen,
Multiplication einer Winkelmessung. Gedenke man sichFig. Il4 b , den eingetheilten Kreis eines Winkelmessers, c dessen Mittelpunktund au die Alhidade des obern Fernrohrs, so wie ßß das auch um denKreis bewegliche untere Fernrohr. Soll nun mit dem Instrumente der Win-kel »ob gemessen werden, so wird bekanntlich der Inder der obern Alhidade