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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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202 Parallele HimmelSkugel Parallellinien zu ziehen rc.

Lei jeder Verrückung des AugeS hinter dem Ocular die Richtlinie auf ei-nen andern Gegenstand treffen muß, so ist jene Parallaxe immer ein Fehlerdes Instruments.

Parallele HimmelSkugel (spliaera parallela). Wird die An-sicht des Himmels, wo der Beschauer unter einem der beiden Pole sich befin-det, genannt. Da hier die Gestirne lauter Parallelkreise mit dem Horizontezu beschrcioen scheinen, die immer kleiner werden, je näher sie nach dem Ze-nith, hier nach dem Pole zu rücken; so findet an diesen Stellen kein Auf-oder Untergehen der Gestirne statt, es bekommen demnach die Bewohner desNordpols nur die Gestirne der nördlichen, und die des Südpols die der süd-lichen Halbkugel zu Gesichte.

Parallelkreise. Hierunter verstehet der Geograph, die auf den Glo-bus gezogenen Kreise, die mit dem Aequator parallel laufen, und die umdesto kleiner werden, je weiter sie von demselben abstehen, denn es ver-halt sich jedesmal der Umfang des Aequators zum Umfange eines Parallel»kreises, wie 1 zum Cosinus der Breite des Parallelkreises, es ist daher,wenn der Umfang des Aequators 5400 geographische Meilen beträgtein Umfang von 5400 geogr. Meilen in einer Breite von 22° ll' 30"

t

- - 4000

K

g

- 42° 12' 20"

»

- - 3000

S

- g »

g

- 56° 15' 3"

t

- - 2000

-

g

- 68° 15' 41"

s

- - 1000

- - -

e

- 79° 19' 41"

$

- - 500

*

- - e

s

- 84° 41' 14"

0

- - 100

-

sag

9

- 88° 56' 20"

e

- - 10

-

egg

9

- 89° 53' 38"

Parallellinien zu

ziehen

und abzustecken.

Bekanntlich nennt

man solche Linien parallel, die aller Orten stets gleiche Entfernung voneinander haben, daher, so weit man sie auch verlängern mag, niemals zu-sammentreffen werden.

A, auf dem Papiere legt man Parallellinien, mit einer gegebenen Nor-mallinie ab Fig. 131 indem man

1 ) in zwei etwas entfernten Punkten der Linke ab, Senkrechte errichtetund auf diese von c und d aus, die Entfernung der Parallelen trägt, unddiese entsprechenden aufgetragenen Punkte, durch gerade Linien verbindet.

2) mit Beihülfe eines Abschiebezcugs, das entweder aus einem Parallel-lineale oder aus einem Lineale und Winkelhaken bestehet, wie dieses unterdem Artikel Parallellineal erwähnt ist.

B, in der Natur werden Parallellinien abgesteckt,

1 ) auf die Eingangs hier gezeigte Weise, durch zu fällende, gleiche Höheerhaltende senkrechte Linie»;

2) außerhalb der Linie ab, Fig. 132, mit der eine Parallele gelegt wer-den soll, nehme man willkürlich, jedoch nicht in zu großem Mißverhältnisseder Entfernungen von a und b, den Punkt c an, stecke hier einen Stab indie Erde, gehe dann in der geraden Linie von bc fort, und bemerke in die-ser Verlängerung einen Punkt d. Jetzt messe man die drei Linien ac, bcund cd und suche hierzu das Maß der vierten Proportionallinie, die manin die verlängerte Richtung von ac von c nach e trügt. Der sich hierdurchbestimmende Punkt e, wird mit d die Richtung einer Parallele zu ab ge-ben. Es sind nämlich die beiden Dreiecke acb und dce wegen der Bertical-winkel bei c und der Proportion der Seiten ac, cb, cd und ce, ähnlich.Wäre z. B. ac20 Ruthen, bc24 Ruthen, und cd32 Ruthen tmMaße gefunden worden, so ist:

24 - 32 20 : x

und x

32.20

24

262 Ruthe.