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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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Sonnenbahn Spiegelkreis 247

4) daß man die durch Situation auszudrückenden Gegenstände, dem Maß-stab gemäß, in den Riß trage, und

5 ) daß man nicht bloß die Bedeutung jedes einzelnen Gegenstandes kenne,sondern daß man auch weiß, wie er für den Zweck des Riffes besonders her-ausgeyoben und verdeutlichet werden muß.

Sonnenbahn (Ekliptik). Um den Weg zu bestimmen, den die Sonneam Himmel zu nehmen scheint, muß man täglich die Stelle des Horizontsbemerken, in welcher die Sonne auf und untergehet, der Abstand derselbenvom wahren Morgen und Abend, dienet zur Bestimmung der uns scheinbarenSonnenbahn. Sie ist ein größter Kreis der Himmetskugel der den Aequa-tor. unter einem Winkel von beinahe 23£ Grad (Schiefe der Ekliptik) schneidet.

Sonnenhöhen. Siehe Höhen der Sonne zu nehmen.

Sonnenparallaxe. Die mittlere Sonnenparallare wird nach denvielfältigsten und sichersten Berechnungen des Venus -Durchganges nach Pros.Wurm in Blaubeuern auf 8 , 7"*) gesetzt. Räch La Place und Bürja ausder Mondstheorie hergeleitet zu 8 , 6 "**) angenommen. Du Sejour gibt siezu 8 , 8 " und später zu 8 , 84" an, mit dem auch sehr viele andere noch über-einstimmen, so daß die von 8 , 7" als Mittelzahl wohl anzunehmen seyndürfte. Bode gibt sie zu 8 , 5"***) an, so auch äs In Lande****); äsLambre setzt sie zu 8 , 6 " st) fest, Fingre zu 8 , 8 " und Lsxel zu 8 , 6 ".

Specialcharten. Siehe Landcharten.

Spiegelkreis. Wie solcher in Fig. 175 . abgebildet ist, bestehet eraus a dem großen Spiegel, b dem kleinern, k und 1 zwei Einfassungen zuBlendgläsern, k und f zwei fliegenden Nomen, ä einer Wasserwage mit ih-rem Spiegel, g und e zwei Mikrometerschrauben für die feine Bewegung, c.einer Kapsel, welche auf den Hintern Theil des Fernrohrs geschraubt wird,damit dieser nicht schlottere, welcher aber beim Beobachten abgeschraubt wird.Der Kreis selbst kommt auf ein Nußstativ zu stehen.

Tobias Mayer war wohl einer der erste», der dieses Instrument beiMessungen der Mvndshöhen, bei Gelegenheit der Fertigung der neuen MondS-tafeln bekannter machte. Inzwischen war es damals noch nicht in dem Zu-stande, wie man es jetzt siehet, besonders war noch ein Hinderniß an jenenaltern Kreisen, daß der kleine Spiegel und das Fernrohr so nahe beisammenstanden, daß nicht Strahlen, die links einfielen, zu dem großen Spiegel ge-langen konnten. Borda brachte daher 1775 die Verbesserung dabei an, daßer das Fernrohr etwas zurückrückte und den kleinen Spiegel unten nahe anden Rand setzte. Angenommen daß beide Spiegel parallel sind, so kann dannder Beobachter das Fernrohr auf einen gewissen Punkt richten und den Ge-genstand rückwärts messen, wie dieses auch bei kleinen Winkeln mit dem Sex-tanten geschiehet. Aber es gewährte diese Einrichtung auch noch den Vor-theil, daß, weil man das Fernrohr gern nach dem Gegenstände richtet, derdas schwächste^Licht hat, weil dann der andere, der das stärkste Licht hat,zweimal reflectiret wird bei Himmelsbeobachtungen, z. B. wenn die Son-ne links und der Mond rechts stehet, auch rückwärts multipliciren kann. -~Troughton vervollkommte den Spiegelkreis, indem er die fliegenden Nomenanbrachte; hierdurch wird das Messen mit diesem Werkzeuge, besonders wennaus freier Hand gearbeitet wird, außerordentlich erleichtert. Hierzu kam

*) » Zachs monatl. Eorrespondenz zurDesörderung der Erd - und Himmelskunde. igor,Juni Stück.

**) Connaiss. ä. t. p. lanne'e XII. S« 4g6.

***) Bode's Erläuterungen der Sternkunde im° Theil S. 5 S 9 .

***) <le Ia Lande Astronomie zte Ausgabe llrer Theil,t) de Lambre Sonnenraseln.