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nun noch, baß man die trichterförmigen Fernröhre mit großen Objeetivglä-sern aussetzte, den Schrauben für die seine Bewegung Federn und Ketten gabund endlich dem Fernrohre die Waffcrwage ertheilte, ohne welche man diekleinen Höhenwinkel nicht messen kann, und welche doch beim Reducirenauf den Horizont nöthig sind, und so gelangte das Instrument zu seiner jez-zigen Vollkommenheit.
Der Spiegelkreis ist denselben Fehlern wie der Spiegelsextant unterwor-fen und diese werden auch, wie dort beschrieben, aufgesucht und berichtiget.Besondere Aufmerksamkeit ist auf die Fehler der Einrheilung und auf dieFehler des Nonius zu verwenden.
Spiegellineal. Dieses vom kaiserlich-österreichischen OberlieutenantFallon *) erfundene katoptrische Meßinstrument, durch Abszissen und Ordinä-ren die Retzpunkte einer Ausnahme zu bestimmen, in der das Detail dannbloß nach dem Augenmaße einzuzeichnen ist, leistet bei Aufnahmen auf derenschnelle Vollendung — wie besonders bei militairischen Arbeiten der Art —außerordentlich viel. Das zu brauchende Werkzeug ist wohlfeil anzuschaffen,leicht im Gebrauche, kann überall angewendet werden, und ist sehr compen-diös beim Transport. Es gewähret übrigens noch den Nebenzweck, daß eszur Erlernung eines richtigen Augenmaßes vieles beitragt, und ist daher injeder Hinsicht allen Arbeiten mit der Bouffole vorzuziehen und jedem Offizierund Geomeler, der z» einer schnellen Aufnahme beauftragt ist, zu empfeh-len. — Ein solches anerkannt brauchbares Instrument sorgfältig zu beschrei-ben und seinen Gebrauch durch Beispiele zu erläutern , hält sich der Versdes Werks für verpflichtet, und theilet daher dasjenige im Auszuge mit, wasin v. Zachs monatlicher Corresp. Aprilstück 1802 hierüber mitgetheilet ist.
Einrichtung des Instruments Fig. 176.
Es hat zwei Hauptbestandtheile, 1) das Lineal ->) von hartem und gutausgetrocknetem Holze, an dessen Ende ein, mittelst eines Gewindes zumNiederlegen gemachtes Diopter c sich befindet, das mit einer auf der Ebenea senkrechten Spalte «l versehen ist. 2) den metallnen Planspiegel e**),der sich in dem untern Theile der messingnen Einfassung f befindet und sichmit ihr um eine Axel»"«'), jedoch ohnei Spielraum', auf der durch vierSchrauben befestigten messignen Platte k drehet. Dicht an der Oberflächedes Spiegels , (damit keine optische Parallaxe Statt haben kann) ist der Fa-den g in 1 und 2 senkrecht auf die Ebene des Lineals gespannt, oder auchaus der Metall - oder Glasfläche eingeschnitten.
Gebrauch des Instruments.
Wird der Spiegel so gestellt, daß seine Oberfläche einen Winkel von 45*mit der auf dem Lineale a senkrecht stehenden Ebene macht, die durch de»Faden g und die Spalte 6 des Absehens gehet, so wird jeder Gegenstand,der im Spiegel durch die Reflexion unter dem Faden gesehen wird, mit beiWsirlinie einen rechten Winkel machen. Gehet man daher mit dem so ge-stellte» Instrumente längs dem Wege mo Fig. 177. hin, und visiret immerdurch dg Fig. 176. auf q Fig. 177. in der Verlängerung mo, so werden alleGegenstände, die sich links oder rechts befinden, je nachdem der Spiegel ge-gen die linke oder rechte Hand gewendet ist, unter dem Faden im Spiegelerscheinen, so bald die Linie, die durch den Faden und den Gegenstand gehet,auf die Linie mo senkrecht wird, und folglich auf diese Art jeder Punkt wiee, t, r und II gefunden. Kommt man z. B. immerfort nach der Richtungmq visirend bei e an, und erblickt da den Punkt a im Spiegel unter demFaden g, so wird gerade unter demselben, oder unter der Axe des Spiegels,der Punkt e aus der Erde seyn, an welchen mq von der senkrechten Linie
*) Im Jakue iSos nämlich.
**) Ich besitze ein solches Werkzeug mit einem balbbeleglen Elgsspiegel. d. V.
***) Siebe die ttzianr unter dem Lineale.