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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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257
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Spiegelwerkzeugt

Stadium

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Eintheilung her. Im Gegentheile aber hat der Nonius seine gehörige Größenicht und es muß dieses bei Bestimmnng der Größe der gemessenen Winkelmit berücksichtiget werden. Endlich ist auch noch die Parallaxe derSpiegelsextanten zu beachten: Diese hangt ab: 1) von der Entfer-nung der Are des Fernrohrs vom Mittelpunkte des großen Spiegels und2) von der Entfernung des Gegenstandes hinter dem kleinen Spiegel, derdas directe Bild gibt. Ist die Entfernung des großen Spiegels von der Aredes Fernrohrs, in Beziehung auf das hinter dem kleinen Spiegel dircct ge-sehene Bild, gering, so ist die Parallaxe nicht weiter zu beachten, welches beieiner Entfernung des Punktes d Fig. iS7 von 2 Meilen und der des Spie-gels von der Axe des Fernrohrs von etwa 2 Zoll seyn würde; ist aber diesesder Fall nicht, so muß der parallactische Winkel immer zum gemessenen addi-ret werden, wenn der doppelt reflectirte Strahl rechts vom direkten liegt,und abgezogen, wenn er links liegt. Hat der Sextant eine Wafferwageund ist diese auf oder unter dem Fernrohre angebracht, so ist noch zu prü,fen, ob die Are des Fernrohrs sich zur Are der Libelle parallel befindet.Man kann dieses auf folgende Weise erfahren: man mißt auf die gewöhn-liche Art einen Höhenwinkel mit dem Quecksilber - oder Wafferhorizonte;dann bestimmt man aber auch denselben Höhenwinkel mit Hülfe der Libelle,z der Unterschied ist die Neigung der Are der Libelle gegen die des Fernrohrs.

Ausführlicheres über diesen Gegenstand kann man nachlesen in Bohnen-berg's geographischen Ortsbestimmungen, Benzenberg's Handbuche der ange-wandten Geometrie, Adams geometrischen und graphischen Versuchen, undSchulz Montanus systematischem -Handbuche der Land - und Erdmeffung.

Beim Gebrauche des Sextanten ist immer sehr gerathen, das Geschäftnach einer gewissen Ordnung zu vollziehen; hieher gehöret: daß man sichvor dem eigentlichen Beobachten der Winkel mit der Gegend, die zur Trian-gulirung kommen soll, bekannt mache und die Stellen aussuche, die beson-ders zu Beobachtungen geschickt sind, wohin Kirchthürme, die eine freie Aus-sicht gewahren, desgleichen Bergkuppen rc. besonders zu rechnen sind; daßman Witterung und Tageszeit auswähle, wo weder Heerrauch noch Halb-schatten, noch auch durch zu blitzendes Licht, die zu beobachtenden Punkteundeutlich werden; daß man als vortheilhafter das Instrument aus einemStative habe, als es aus freier Hand regiere und daß man alle Beobach-tungen ordnungsmäßig sich in ein tabellarisch eingerichtetes Diarium trage.

Spiegel»crkzeuge. So werden im Allgemeinen alle Meßwerkzeuge,bei denen Spiegel angebracht sind, also alle karoptrischen Instrumente unddergleichen Fernrohre, genannt. Sie gewähren besonders drei große Vor-theile :

1 ) daß man bei ihrem Gebrauche sich keines Lothes zu bedienen nöthighat; dieserhalb sie allenthalben im Freien, bei Wind und Sturm, gebrau-chen kann.

2) daß sich der Collimationsfehler des Spiegelinstruments, sogleich inein paar Minuten, ohne alle Schwierigkeit bestimmen läßt, und man hierbeiweder eines Umkchrens, noch eines Umwendens nöthig hat. Wogegen manerwäge, welche Umstände eS erfordert, die Collimation eines Quadrantenzu erhalten.

3s daß sich jeder Ort zum Beobachten mit Spiegelinstrumenten eignet;man kann damit von Thurmluken, Dachfenstern, Bergspitzen rc. aus ope-riren.

Berücksichtiget man daher auch nicht, daß der Transport größerer In-strumente auf Reisen Schwierigkeiten macht, so zeigen sich doch manche beider Aufstellung und dem Gebrauche dieser oft unbehülflichen Werkzeuge, diezuweilen sehr nachtheilig auf die Beobachtungen einwirken.

Stadium. Ein bei den Griechen und Römern gebräuchliches Maß,Entfernungen zu bestimmen. Den glaubwürdigsten Nachrichten zu Folge,betrug ein solches T l-e eines Grades vom größten Kreise. Die von Herodot