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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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Sratimmr

Sreigen geneigtcr Ebenen

Ende der Linie genau unter die Spitze in s kommt, wo dann die Stellschrau-ben angezogen werden. Um Bogen zu beschreiben, kann statt der Spitze un-ter e, eine Bleihülse oder Reißfeder eingeschraubt werden. Es'lassensich bei diesem Instrumente noch verschiedene Veränderungen anbringen, wor-über Adams geometrische und graphische Versuche Nachweisung ertheilen.

Stationen, so heißen bei einer Aufnahme diejenigen Punkte, überwelchen man sich mit einem Meßinstrumente einsetzen kann, und die als solchein der Natur durch Zeichenpfählchen bestimmt sind.

Stativ. So nennt man das Gestelle, worauf Meßwerkzeuge sowohl zuHimmels- als zu Erdbeobachtungen zu stehen kommen. Gemeiniglich bestehenfie aus einem Gerüste von hartem ausgetrocknetem Holze, oder auch von Me-tall, das durch Stellschrauben mit dem Meßwerkzeuge in unverrückbarer Ver-bindung sich befindet. Da die Feststellung der auf dem Stative ruhenden In-strumente eines der wesentlichsten Erfordernisse ist, so gibt man aus mechani-schen Gründen dem Stative nur drei Füße, die aber zum Theil mehr, zumTheil weniger zusammengesetzt sind. Ein zu mannigfaltigen Stellungen ein-gerichtetes Stativ ist in der Figur zum Bordaischen Kreise zu ersehen. Beiandern Stativen sind die Füße zum Auseinanderrücken und an ihrem obernEnde durch Lappenschraube» mit dem cylinderförmigen Stücke verbunden, aufwelchem das Meßwerkzeug unmittelbar ruhet. Um dieses letztere in jede Stel-lung zu bringen und darin fest zu erhalten, ist in dem erwähnten cylinderför-migen Stucke eine nach allen Seiten hin bewegliche Kugel, die durch eine»Ring an selbiges festgehalten wird. Auf diese Kugel ist dann der Zapfen aus-geschraubt, der das Meßwerkzeug trägt. Mittelst dieser Kugel kann nun zwarder obere gesummte Apparat in eine jede schiefe Richtung gebracht werden, umihn aber auch unverrückbar hierin zu erhalten, hierzu dienen vier Stellschrau-ben, die vom Stative au» nach oben gehen, erhöhet und erniedriget werdenkönnen, und auf welchen dann die Platte des Meßwerkzeugs unmittelbar ruhet.Hat man dem Meßwerkzeuge die Neigung gegeben, welche es haben soll, sowerden die Schrauben so weit angezogen, bis sie hart unter das Instrumentzu ruhen kommen. Eine andere Einrichtung der Stative ist die Seitwärts-bewcgung des Werkzeugs, bei »»verrücktem Stande des Stativs: hiezu dientein doppelter Cylinder, der eine hohl, der andere massiv, die in einander be-findlich , und so beweglich sind. Der massive Cylinder ist der, der auf die Ku-gelnuß befestiget ist, an dem hohlen befindet sich der Ring mit der Mensel.Eine seitwärts angebrachte Preßschraube, die durch den hohlen Cylinder gehetund auf den massiven mitwirkt, drückt beide Cylinder unverrückbar aneinander;wird diese Schraube aber geöffnet, so kann der hohle um den massiven gedrehetwerden. Durch diese Einrichtung kann zwar die Seitenbewegung in jeder erfor-derlichen Maße bewirkt werden; doch, da es sehr oft bei Meßwerkzeuaenauf eine Kleinigkeit in der Bewegung zur Rechten oder zur Linken ankommt,so vringt man an dem hohlen Cylinder eine Schraube ohne Ende an, deren Rad-gange scharf, jedoch fein eingeschnitten seyn müssen. Die schon erwähnteFigur zu dem Artikel Bordaischer Kreis, gibt ein zusammengesetztes, und diezum Meßtische ein einfaches Stativ, in seinen Umrissen an.

Steigen geneigter Ebenen. Es ist einem Geometer oft zu wissennöthig, wie viel die perpendikulare Höhe beträgt, wenn die Horizontalliniegemessen ist; dieserhalb ist nachstehende Tafel hier beigefügt worden. Steigtz. B. die schiefe Ebene 15 Grade, und ist die Horizontallinie eine Ruthe lang,so beträgt die perpendikulare Höhe 3 Fuß 2 Zoll 7 Linien.