Stockzirkel Storchschnabel 263
Principien, der Arrondirung und DiSmembration der Grundstücke, der Ge-meinheitsthcilungen, der Militairprästationcn rc. rc.
Folgt einer Steuer-Vermessung eine Bonitirung des Grund und Bo-dens, so sind die, von dem Boniteur angegebenen und von dem Geometer inder Natur abgesteckten Bonitätsgrenzen, genau mit aufzunehmen, und indem Risse durch paffende Farben, oder auch durch Zahlen anzugeben und zuunterscheiden.
Eine der wichtigsten Stützen einer solchen Steuercharte bestehet in ihrerallgemein anerkannten Glaubwürdigkeit. Diese kann nur auf folgende Welseerreicht werden:
2) wenn das Hauptnetz des Landes mit den besten Instrumenten und mitder größten Genauigkeit erfolgt;
b) wenn zu den, die Aufnahme des Details besorgenden Geodäten, nurLeute von anerkannter Gcschicklichkeit und Redlichkeit genommen werden;
c) wenn diese Geodäten unter einer aufmerksamen und strengen Con-trole stehen;
ö) wenn die Ausrechnungen auf die anerkannt sicherste Weise, nach ge-wissen, schnell zu übersehenden Formeln geschehen;
e) wenn bie vollendeten Arbeiten von jedem einzeln dabei intcresflrte»Besitzer, als richtig anerkannt werden.
Stockzirkel. So wird ein jeder gewöhnliche Handzirkel genannt,dessen Seitenflächen abgerundet sind. Ist der Zirkel zusammengelegt, so hater dann Achnlichkeit mit einem Stocke.
Storchschnabel. Dieses ist ein Instrument zum Verjüngen der Riffe.Es bestehet aus fünf Linealen von Holz oder Metall, wovon vier, ein anihren Winkelspitzen bewegliches Parallelogramm bilden. Die eine Winkel-spitze ist unterwärts mit einer Schraube versehen, die in einem Tische befe-stiget wird, die andere überstehende hat einen feinen, jedoch nicht scharfenStift. Unter den andern beiden Ecken des Parallelogramms sind Rollenoder auch Knöpfe angebracht. Das fünfte Lineal wird über das Parallelo-gramm gelegt und mit seinen Enden auf selbiges befestiget. Auf zwei derparallelen Seiten der vier verbundenen Lineale sind Löcher befindlich, sodaß immer zwei und zwei auf den einander überstehenden Linealen entspre-chende , gleichen Abstand von dem Eckpunkte, unter dem sich die Spitze befin-det, haben. Das Querlineal hat ebenfalls Löcher in gleicher Entfernungmit jenen, und man ist dadurch im Stande, in eines dieser Löcher eine Blei-hülse zu befestigen, so daß Stift, Schraube und die Spitze des Bleies inder Hülse, in einer geraden Linie liegen. Die beiden Enden des Querlinealskann man mittelst Wirbel auf dem Parällelogramme, durch die oben beschrie-benen Löcher so befestigen, daß dieses Lineal mit den beiden andern, die nichtdurchlöchert sind, eine parallele Lage erhält.'— Je mehr man den Riß ver-jüngen will, je näher muß das Querlineal der Winkelspitze, unter der dieSchraube sich befindet, kommen, und je weniger diese Verjüngung betragensoll, je näher rückt man es dem Punkte, wo die Spitze ist.
Hat der Storchschnabel seine gehörige Stellung, und ist der Originalrißunter dem Stift, das zur Copie bestimmte Blatt, in der Gegend der Blei-hülse auf einer ebenen Fläche gehörig befestiget, und fährt man mit demStifte auf den verschiedenen Umgrenzungen des Originals hin, so wird derBleistift ein ähnliches verjüngtes Bild jener Zeichnung auf dem untergelegtenPapiere nachbilden.
Die Einrichtung dieses Instruments, das in einem gleichförmigen Dre-hen der Winkelpunkte der Lineale besonders beruhet, bringt es mit sich,daß keine große Schärfe im Proportioniren sich davon erwarten läßt, undnur dann davon Gebrauch zu machen ist, wenn diese nicht verlangt wird.Mehr Genauigkeit leistet der Pantograph, siehe diesen Artikel,
Strahlenbrechung. Siehe Refraction.