Terrestrische Refraction Thermometer zur Bestimmung rc. 269
sem Maßstabe abnehmen zu können, so trage man auf das Perpendikel,von der Grundlinie aus, so viele Theile des rausendtheiligen Maßstabes, soviel die Zahl anzeigt, welche man in den Tafeln, mit Weglaffung der vierletzten Ziffern, für die Tangente jedes Winkels von 1 ° bis 45“ angemerktfindet. Für halbe Grade können, wo es nöthig ist, Zwischentheile angenom-men werden. — Tangenten größerer Winkel als die von 45 Graden wer-den nicht leicht auf den Tangentcnmaßstab abgenommen, weil diese zu sehrwachsen und bekanntlich für 90 Grade unendlich sind.
Besser als die Tangenten lassen sich die Sinuse zum Auftragen der Win-kel gebrauchen; auch können solche Maßstäbe dann bis zu 90 Graden stei-gen ; nur werden die Bestimmungen der Winkel nahe an 90 Graden un-sicher, weil diese sich um einen ganzen Grad andern können, ohne daß dieersten drei Ziffern der Logarithmen, von einander unterschieden sind.
In Lamberts Beiträgen zur Mathematik Uten Theil S. 170 befindetsich ein Tangentenmaßstab beschrieben.
Terrestrische Refraction. Die bogenförmige Abweichung desLichts der auf der Erde befindlichen Gegenstände, in dem Wege, der durchdie Luft bis zum Auge des Beobachters gehet, wird unter der terrestrischenRefraccion verstanden. — ES bewirkt diese Strahlenbrechung einen entge-gengesetzten Fehler im Höhenbestimmen, als der ist, der von der Gestalt derErde herrühret. — Annähernde Formeln dieses Gegenstandes sind von To bias Mayer dem Vater, von Lambcrt und Bouguer am zweckmäßigsten auf-gestellt worden. Es gründen sich die hierzu gebrauchten Unterlagen aufBeobachtungen, Erfahrungen und auf das Gesetz der Schwere. Aus allem die-sem gehet hervor, daß die Bahn des fortgehenden Lichts, sehr nahe einemregulairen Kreisbogen kommt. Mayer setzt den Halbmesser desselben auf8mal so groß, als den Erdhalbmesser, Lambert 7mal so groß, und Bouguer9mal so groß. — Neuere Bestimmungen von Laplacc und Dclambre kom-men obigen Angaben sehr nahe. — Roch ist zu erwähnen, daß man vonLambert besondere Tafeln hat, in welchen aufzufinden ist, wie viel man füreine bekannte Entfernung von der scheinbaren Höhe eines Gegenstandes ab-ziehen muß, um die wahre zu erhalten.
Das Hauptgesetz der Refraction ist im Artikel Strahlenbrechungauseinandergesetzt.
Thermometer zur Bestimmung der Höhen gebraucht. ESberuhet das Verfahren hierbei auf Vergleichungen des Wassersiedepunktesmit dem Drucke des Atmosphäre. Unter mehreren Physikern' haben sich be-sonders Cavallo, Fahrenheit, de. Luc, besonders aber Prof. Wolla-ston zu Cambridge mit Versuchen über diesen Gegenstand beschäftiget. Inden Transact. Philos. P. I. 1817 und in der Bibliotheque universelle desSciences etc. Janvier 1818 findet man das von diesem Gelehrten angewandteVerfahren und den hierzu von Cary gefertigten Apparat umständlich beschrieben;dieser letztere bestehet in einer kleinen Einrichtung, um Wasser schnell zumKochen zu bringen, und in einem Qnecksilberthermometer mit feinem Haar-röhrchen und etwas großer Kugel, Das Fahrenheitsche Scalenthermometerist hierbei so ausgedehnt, daß jeder Grad eine Ausdehnung von 3,98 Eng-lischen Zollen hat. Uebrigens ist noch jeder Grad in 100 Theile gethciletund ein angebrachter Vernier mit Loupe gestattet noch ^ derselben, als»vörra eines Grades Fahrnyeit oder eines Grades Reaumur abzuneh-
men. Das Resultat der Wollastonschen Beobachtungen war, daß eine Ver-änderung von 0,589 Englischen Zollen im Barometerstände, genau 1 GradFahrenheit. Unterschied in der Temperatur des siedenden Wassers zeigte. Die-se Temperatur betrug bei einem Barometerstände von 30,603 Englischen Zol-len, 213,567 Fuß und beim Barometerstände von 28,191 Zollen, 209,263Fuß. Um auf diese Weise Höhen bis 5000 Fuß zu finden, würde dieThermome--ter Scala bis auf 200“ Fahrh. vom Siedpunkte 212“ abwärts gehen müssen.Wenn die Scala so eingerichtet ist, daß auf l Zoll derselben ein Grad