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Encyclopädisches Lexikon der Erd-. Land- und Feldmessung / W.E.A. v. Schlieben
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Wasserwaage Weinberge und Weingärten zu zeichnen 295

Zuweilen sind Wannen unter verschiedene Interessenten zu theilen, wobeimancherlei Bedingungen über die Farmen der einzelnen Grundstücke, die Lageder Theilungslinien und die durchführenden Wege, gegeben seyn können.Im Artikel Theilen findet man hierüber einiges näher angegeben.!

Wasserwaage, Siehe Libelle.

Wasserwägen. Siehe Nivclliren.

Wälder aufzunehmen und zu vermessen. Siehe Forstver-messungen.

Wege aufzunehmen. Hierzu ist unter allen Instrumenten derMeßtisch am geeignetsten. Man arbeitet nach Beschaffenheit des Terrains ineiniger Entfernung zur Seite des Weges mit Standlinien weiter und be-stimmet von denselben aus, durch sich schneidende Bifirlinien, die vorzüglich-sten Biegungen der Straße und die auf und an der Straße besonders bemer-kenswerthen Gegenstände, als Brücken, Wegweiser, Warnungssäulen, ein-zeln stehende Bäume rc. Die Breite der Straße wird an jeoem durch dieWisirliuien bestimmten Punkte, nach ihrer wahren Breite, mittelst des ver-jüngten Maßstabes aufgetragen. Nur wenn es der Raum, oder die freieAussicht zur Seite des Weges nicht gestattet, muß man auf demselben un-mittelbar mit Standlinien weiter gehen. In Ermangelung eines Meß-tisches bedient man sich besonders zu militärischem Gebrauche, zuweilen aucheiner Schreibetafel als Mensel, der Schritte zum Ausmeffen der Standlinien,und zum Orientiren einer kleinen Handbouffole. Daß eine solche Arbeit nurein ungefähres Bild igeben kann, versteht sich ohnedies. Etwas mehr Zu-verlässigkeit erhält eine solche Arbeit, wenn man sich aus einer Charte oderaus einem Risse gewisse feste Punkte zur neuen Aufnahme in die Schreibetafelübertragen kann. Kommt eS bloß darauf an, die Länge eines Wegs auszu-mitteln, ohne einen Riß davon zu entwerfen, so kann man sich sehr zweck-mäßig des Odometer (Wegmeffcr) bedienen. (Siehe diesen Artikel). Mitdem Scheibeninstrumente Wege aufzunehmen hat große Schwierigkeiten undwird bei langen Entfernungen, wo viele Winkel abzuschieben sind, seltenganz richtige Resultate geben.

Wege zu zeichnen. Dies« werden durch zwei, die Grenzen des We-ges in seiner Breite bezeichnende, und nach ihrer Richtung gehende schwarzeLinien ausgedrückt, deren Zwischenraum in bunten Riffen eine lichtbrauneFarbe erhält, die man auch Wegfarbe nennt. Steindämme werden dagegen blaß-rorh und Knüppeldämme gelblich angelegt. Soll eine Zeichnung sich gutausnehmen, so müssen die Begrcnzungslinien ganz egal, nicht zittrig gezogenwerden, .und die Arbeit mit dem Pinsel darf nicht die Umrisse überschreiten.

Weinberge und Weingärten aufzunehmen. Hierbei ist au-ßer den Begrenzungslinien des zu vermessenden Grundstücks, besonder« aufdie Räume zu achten, die mit Weinstöcken bepflanzt sind und sich sehr oftvon Obstbaumanlagen, Grasplätzen und von den Plätzen, worauf die Winzer-gebäude und Mauern stehen, unterscheiden. Bei der Aufnahine ist derMeßtisch besonders zu empfehlen, indem er, wie auch an andern Orten be-merkt ist, ohne weiteres Auf- und Abtragen, die Figur der Gegend zu erken-nen gibt. Weit mehr Schwierigkeit macht der Gebrauch anderer Meßwerk-zeuge. Bei der Bestimmung des Flächeninhalts der Weinberge, nachAnleitung des darüber gefertigten Grundrisses, ist wohl zu berücksichtigen,daß er nur die auf den Horizont reduzirte Fläche begreift, die sehr verschie-den von der schiefen Ebene ist, worauf die Weinstöcke unmittelbar stehen.

Weinberge und Weingärten zu zeichnen. Man unterscheidethier besonders den Raum, worauf unmittelbar Weinstöcke befindlich sind undgibt diese, durch schachbretförmig gestellte kurze, jedoch senkrechte mit schwar-zer Tusche ^ausgedrückte Strichelchen von gleicher Länge an, die die Wein-