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stock^fähle vorstellen, an deren untern Ende man, in rechtwinklicher Richtungmit jenen senkrechten Strichen, ein etwa den vierten Theil so langes kurzes,ebenfalls gerades Strichelchen, als Schatten des Pfahls, bemerkt. -- Inbunter Zeichnung wird der Raum, worauf die wie hier beschriebenen Wein-stöcke gezeichnet werden,, mit einer blaßgelblich braunen Frrbe grundirt. —Weinbergsmauern, Gebäude, Grasränder und Obstpiätze werden nach Vor-schrift dieser Bezeichnungsart in der Situationzeichnung ausgedrückt,
Weltpole. Siehe Pole.
Weltgegenden. Die vier, 90 Grade von einander abstehenden Punkteam Horizont, Norden, Osten, Süden und Westen, nennt man die Welt-gegenden, oder die Cardinalpunkte des Horizonts. Sie werdenbei Bestimmung der Lage des Orts eines Gegenstandes oder einer Erschei-nung am Horizont-wichtig.
Wiesen aufzunehmen. Im Allgemeinen ist das Verfahren hierbei,wie bei Vermessung ökonomischer Grundstücke ausführlich erwähnt worden ist.Der Geomeker, der die Aufnahme besorgt, hat besonders auf die theils in derörtlichen Beschaffenheit, theils in andern Verhältnissen liegenden Verschieden-heiten Rücksicht zu nehmen, wodei gemeiniglich nachstehende Gegenständevorkommen.
1. Die Grenzen einer Wiese. Diese find gewöhnlich sehr irregulär undwerden oftmals an einer oder mehreren Seiten durch Flüsse und Bäche be-grenzt, oder ziehen sich bald breiter bald schmäler in Bergschluchten undWäldern hin;
'2. Die auf denselben befindlichen örtlichen Gegenstände, als an derSeite oder darüber hinlaufende Wege, Treiben rc. die im Innern der Wiesebefindlichen Dümpfel rc.;
3 , besondere ökonomische Gegenstände. Hier sind besonders die Grenzender trocknen und sumpfigen Wiesen anzugeben, die Wafferzuführungs- undWasserableitungsgräbcn, die Heuscheunen rc.;
4. Servituten, welche auf den Wiesengrundstücken hasten, sind oftmalsauch ein dem Geometer wichtiger Gegenstand. Hieher gehören, wie weitgewisse Gemeinden und Personen das auf den Wlesen wachsende Heu undGrummt zu machen und einzubringen haben, von welchen Stucken gewisseZinsen zu geben sind, welche Fußwege und Vermachungen, und ob selbige zuallen Zeiten geduldet werden müssen, ob die ganze Wiese oder nur ein Theilder Hutyung, zu welcher Zeit und mit welcher Art Vieh unterworfen ist. —Was sich von diesen Gegenständen durch die Zeichnung, nicht ganz deutlichdarstellen läßt, kommt in die Beschreibung an einer leeren schicklichen Stelledes Risses.
Wiesen zu zeichnen. Die Wiesenfläche selbst gibt man in bunterSituation licht grün an, wobei man zweischürige Wiesen von einschürigendurch etwas dunklere Farbe unterscheidet. Nasse Stellen werden, wenn dasWasser blank stehet,, mit blauer Farbe ganz grundiret, Sumpfboden aber,nur mit kleinen parallelen blauen Strichelchen angegeben. Alle Grenzen sind durchschwarze Linien zu bezeichnen. Zäunen und Vermachungen gibt man bloß eineihnen entsprechende Form im Grundrisse. Wassergräben werden nach dem Maßsta-be des Risses mit blauen Linien angedeutet. Wiesen, die zu gewissen Zeiten derHuthung unterworfen sind, erhalten einzelne zerstreute Punkte auf der grü-nen Fläche — In schwarzer Situation wird die Wiesenfläche auf dem Pa-pier durch reihenweise gestellte Büschelchen, die nach unten zu sich gegenein-ander etwas neigen, angegeben. Sollen sich solche Wiesen dem Auge gefälligdarstellen, so müssen die aus zwei Strichelchen bestehenden Büschelchen gleichgroß seyn, parallele Reihen bilden und schachbretförmig untereinander stehen.
Windrose. Um die Richtung des Windes nach der Gegend des Hori-zonts genau zu unterscheiden, welches vorzüglich bei der Schiffahrt höchstwichtig ist, hat man die Zwischenräume der vier Weltgegenden «der Cardi-