Band 
Erster Band. [Erste Periode.]
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20 I. Geschichte der Physik bis zu Cartesius .

könne man dieß vielmehr vom Himmel vermuthen, wel-cher eine desto größere Bewegung besitzen müsse, jegrößer er in Vergleichung mit der Erbe sey. Dabeywirft er aber die Frage auf, sollte vielleicht der unmeßrbare Himmel, welcher auf diese Art durch die uuver-gleichbar große Geschwindigkeit von der Mitte entferntwürbe, sonst vernichtet werden, wenn er gleich zusam-menhängend bliebe? Hätte aber dieses statt, so müßtenothwendig der HimmelSraum ins Unendliche überge-hen; denn je weiterer sich von der Mille entferne; destogrößer werde seine Geschwindigkeit wegen des stetswachsenden Umfanges, durch welchen nothwendig dieBewegung binnen 24 Stunden erfolgen müsse; auchwürbe hinwiederum mit der wachsenden Bewegungder unermeßliche Himmelsraum wachsen. Allein essey ein physischer Grundsatz, was Unendlich sey,könne auf keine Weise beweget werden;daher müsse nothwendig der Himmel ohne Bewegungseyn. Daß man glaube, der Himmel bewege sich,sey nur Schein. Führen wir z. B. aus einem Hafenaus, so entfernten sich das feste Land und die Städtevon uns, und es scheine sich überhaupt alles das, wasausser dem Schiffe wäre, zu bewegen, indem wir un-sere eigene Bewegung auf dem Schiffe nicht bemerk-ten. Gerade so könne sich die Erde bewegen, und derHimmel ruhen, und jene uns ruhend, dieser aber alsbewegend erscheinen. Was die Wolken und überhauptalles das in der Luft Schwebende betreffe, so würdendiese Dinge mit der Erde zugleich bewegt. Denn sowie das Wasser eine gleichmäßige Bewegung mit derErde besitze, eben so bewege sich auch ein großer Theilder mit der Erde verbundenen Luft. Es werde näm-lich durch die beständige Umwälzung der Erde der Lufteine Bewegung mitgetheilt, welche nahe an der Erd-