68 I. Geschichte der Physik bis zu Cattcsius.
weil er ebenfalls wußte, daß ein Körper, welcher senk-recht in die Höhe geworfen, oder auch auf einer schie-fen Ebene hinaufzusteigen genölhiget werde, in seinerBewegung nach eben den Gesehen abnahm, nach wel-chen der frey herabfallende oder von der schiefen Ebeneherabrollende Körper zunahm. Diese Gesetze sind be-reits unter dem Artikel (Schwere, Gravitationund Fall der Körper) angeführt worden. Ueber-Haupt behauptet er, daß gar keine Bewegung ohneUrsache erfolgen könne. Die Eiinheilung der Bewe-gung in natürliche und gewaltsame widerlegt er, undbehauptet mit Recht, baß Bewegung nur alsdennwahrgenonimcn werde, wenn die Körper eine verän-derte tage gegen einander erlitten; welcher Körperoder welche Körper aber sich hicbey wirklich bewegthätten, dieß erhelle nicht so gerade zu, indem sehrleicht Täuschungen entstehen könnten. Bewegten sichhingegen alle Körper auf einerley Art, so würden wirgar keine Bewegung gewahr, es schiene vielmehr alleszu ruhen. Sobald sich aber ein Körper wirklich bewe-ge, so sey sein Weg, den er durchlaufe, eine geradeLinie, welche die Richtung seiner Bewegung anzeige.Bey der krummlinichtcn Bewegung werde die Rich-tung des bewegten Körpers alle Augenblicke geändert,und diese Richtung sey an jeder Stelle der krummenBahn die Tangente derselben. Uebrigens seht Gali-lei folgende richtige Bewegungögesetze fest:
1) Ein jeder Körper, er ruhe oder bewege sich,muß beständig m diesem Zustande gleichförmig verblei-ben , wosern er nicht durch eine Ursache aus demselbengebracht wird.
2) Jede Veränderung in der Geschwindigkeitund Richtung der Bewegung ist der'bewegenden Kraft
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