92 I. Geschichte der Physik bis zu Cartesius .
Was die regelmäßigen Winde betrifft, so mei-net Bacon , daß diese von den hohen Bergen zu derZeit kommen, da der Schnee schmelzt, oder von den-jenigen Orten, wo sich viele Dünste erzeugen. Merk-würdig sey es aber, daß sie nicht zur Nachtzeit, son-dern nur drey Stunden nach dem Aufgange der Son-ne weheten und schwächer als alle andern Winde wären.
Die unregelmäßigen Winde wehen eher im Win-ter als im Sommer, am meisten aber im Herbst undFrühlinge; auch des Abends und Morgens sind siehäufiger und stärker, als zu Mittage und zur Nacht-zeit; besonders trifft man sie häufig in denjenigen LänrLern au, wo der Erdboden voller Hölliiige» und Spal-ten ist.
Am häufigsten sind die Nord- und Südwinde,jene des Abends und diese zur Nachtzeit; der Zephyrwehet vorzüglich in den Nachmittagsstunden.
Die Seewinde sind feuchter, reiner und stärker,als die Landwinde, und vermischen sich leichte-: mit derLuft. Wenn die Seewinde mit den Landwinden zu-sammen stoßen, so findet gleichsam eine Brechung undUngleichheit zwischen ihnen statt, welches einen Luft-strom von der See nach dem festen Lande und dann inder entgegengesetzten Richtung erzewzet. Die nämli-che Verschiedenheit zwischen der Luft auf dem trocknenLande und über dem Wasser ist die Ursache, daß manDergleichen Luflstrome in der Nahe großer Küsse ge-wahr wird.
Ueber die Eigenschaften der Winde, besondersder Nord- und Südwinde führt Bacon folgendesan: wenn der Südwind heftig oder lange Zeit wehet,so macht er den Himmel trübe, im entgegengesetztenFalle aber bleibt er heiter. Ueberhauvt verändert er
die