2. Besondere Physik. 3. vom Lichte. 137
Monde die Flecken ganz deutlich, und entdeckte vielneue Slerue, besonders sieben beträchtliche im großenBären; der andere aber nahm den hellen Kreis naheam Rande des Mondes wahr, von welchem mehrerehelle Streifen in verschiedenen Richtungen auslaufen.Auch glaubte er den Vollmond durchs Fernrohr bertrachtet nicht flach, sondern ganz deutlich kugelförmigerblickt zn haben, indem der mittlere Theil hervor-rage “).
Franz Fontana, ein Jtaliäner, machte eben-falls auf die Ehre der Erfindung des Fernrohres An-spruchs). Er führt nehmlich an,, daß er bereits im Jahre1608 Fernrohre besessen habe,, allein da schon vordieser Zeit dergleichen Werkzeuge in Holland verfer-tigt worden sind, so kommen seine Anforderungen inweiter keine Betrachtung.
Galilei fuhrt zwar an, daß er.die Zusammcn-seßnug seines Fernrohres aus der Lehrendem, der Strah-lenbrechung herausgebracht habe y ). 2Älein es ist dießschwer zu glauben, indem er gar nichts bestimmtesvom Gesehe der Strahlenbrechung anführt; vielmehrkann man mit der größten Wahrscheinlichkeit vermuthen,daß er dieß durch bloße Versuche bewerkstelliget habe.Nothwendig mußte ihm bekannt geworden seyn, daßdieses neue Werkzeug aus einer Röhre mit Gläsern be-siehe; von diese» Gläsern waren aber nur zwey Ar-ten bekannt, nämlich erhabene und hohle; mit-hin war die Anzahl ihrer Verbindungen nur gering,
und
u) Borellus de vero telescopii inventore, p. zy.
x) Novae terrestrium et coelestium observationes. Neap,1646. 4.
y) Nuncius sidereus, p. 4.