240 I. Geschichte der Physik bis zu Tartesius.
Rauche nahm er zwar wahr, daß er merklich angezo-gen wurde, jedoch nur alödenn, wenn er ein wenigverdünn! war.
Gilbert erkannte, daß das Reiben der elektri-schen Körper überhaupt nothwendig ist, die Elektrici-tät bemerklich zu machen, und daß dasselbe zu dieserAbsicht desto mehr vermöge, je lebhafter und je leich-ter es geschehe. Zwar führt er als Ausnahme dieserRegel ein großes polirteg Stück Bernstein an, wel-ches auch ohne vorheriges Reibe!« leichte Körper anzog;allein sehr wahrscheinlich hat sich Gilbert selbst ge-irrt. Ueberdieß harte er die Bemerkung gemacht, daßtrockene Luft, und die Nord - und Ostwinde zur Her«vorbringung der elektrischen Erscheinungen so sehr gün-stig wären, daß sie noch 12 Minuten lang nach derErregung der Elektricität «virkren. Auch dauert dieElektricität im Sonnenscheine längere Zeit als imSchatten, obgleich die durch ein Brennglas condeu-sirlen Sonnenstrahlen die Elektricität des Bernsteinesrlnd anderer elektrischer Körper im geringsten nicht er-regten, sondern vielmehr schwächten. Eben so warenauch die feuchte Luft und die Südwinde der Erregungder Elektricität ungemein hinderlich. Ueberhaupl be-merkte er, daß jede hinzukomtnende Feuchtigkeit dieWirkung der elektrischen Kraft sehr schwäche; dahingehört das Ausathme», das Besprengen mit Brannt-wein oder Weingeist u. s. f. jedoch mit AuSuahine deSreinen Oels. Auch ein feines Stück Taffent, das erauf den geriebenen Bernstein legte, zerstörte die Elek-tricität, aber nicht allemal. Endlich sagt er, zeig-ten alle elektrische Körper keine Kraft mehr, nachdemsie gebrennt oder geröstet worden waren.
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