268 II. Von Cürtcsius bis Newton.
Körper eine zerstreuet- Leere (vacuum dissemi-natum) geben.
Die Größe der Atomen ist so gering, daß sieunsern Sumen gänzlich einzogen sind; und wenn mangleich sage, baß ein Atom ano Theilen bestehe, sosey. das nicht so zu verstehen, als ob es wirklich indiese Theile getheilt werben könne, sondern vielmehrso, daß eö eine ihm bestimmte Größe besitze.
Die Figur der 7ltom.cn ist äußerst mannichfaltig,wie dieß aus dem Gewebe der verschiedenen Körper er-helle. So besaßen sie eine kugelrunde, ovale, ebene,länglichte, spitzige, regulaire, irrcgulaire u.s.f. Ge-stalt. Ueberhaupt wären die Formen der Atomen ebenso verschieden, als die daraus zusammengesetzten Kör-per verschieden wären.
Auch sind die Atomen von Natur schwer, d. h.sie befinden sich eiuweder in einer beständigen Bewe-gung, oder hätten doch wenigstens ein solches Bestre-ben zur Bewegung.
Uebrigens unterscheidet Gassendi die Atomensehr wohl von den sogenannten Elementen. Jene halter nämlich für die primitive Materie, aus welcher allemögliche Körper entstünden, und in welche sich alleKörper, welche untergehen, anflöst». Was aber dievier gemeinen Elemente, Wasser, Feuer, Luft undErde, betreffe, so könne man diese wohl Uranfängeober die Materie aller Dinge, aber keineöwegeS dieprimitive Materie nennen;' denn selbst die Elementewaren aus Atomen zusammengesetzt.
Die Ursache der Bildung der Materie suchtGassendi ebenfalls in den Atomen. Erjagt näm-lich, sie hätten von Natur ein inneres Bestreben zur
Bewe-