298 II. Von Catteslus bis Newton.
eines Körpers schliff, auch ohne etwas Flüssiges da-zwischen zu bringen, so bemerkte er, daß beyde sostark an einander hängen blieben, daß er das Glas,ohne es auf der concaven Fläche zu verschieben, nichtabreisten konnte, wenn er das Glas nicht zerbrechenwollte. Hieraus schließt er, daß durchs Schleifeneine unendliche Menge von Punkten beyder Körper inBerührung kommen, wobey zugleich der Impuls derLuft ausgeschlossen werde; dadurch werde aber Ruheder Theile bewirkt, indem die Erhöhungen eines je-den Körpers in die Vertiefungen des andern eingreifen.Boyle stellte nachher mehrere Versuche mit Glas-platten, Marmorplatten u. d. gl. an, und fand, daßsie beständig desto stärker an einander hiengen, je glät-ter sie polirt waren. Boyle, welcher sich von demDrucke der Atmosphäre durch so viele wichtige Ver-suche überzeugt hatte, war zwar sehr geneigt zu glau-ben, daß der Zusammenhang der Theile besondersgroßer Massen größcentheils von dem Drucke der äu-ßern Luft herrühre; allein bey kleinen Massen würdeman desto mehr versichert, daß der Zusammenhangder Theile seinen Grund in der Ruhe derselben habe.
Da nun Boyle die Flächen beyder Plattenmit etwas Flüssigem anfeuchtete, und sie nachher zu-sammenbrachte, so war er über den großen Zusam-menhang erstaunt, welcher ihm mit dem Zusammen-hange, den trockene Platten zeigten, gar nicht üecsgleichbar zu seyn schien. Natürlich mußte dieses Phä-nomen dem Boyle sehr auffallend seyn, da er viel-leicht aus dem Grunde, daß die Theile der flüssig enMaterien in einem unendlich geringen Zusammenham-ge, und außerdem noch in einer beständigen Benvergung seyn sollten, daö Gegentheil vermuthete. Allein
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