Band 
Erster Band. [Erste Periode.]
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398 H. Von Cattesius bis Newton.

Ueber die Bewegung der flüssigen Materien,welche besonders durch Wegnahme der Luft in luft,dichten Röhren ober durchs Saugen erfolgt, wardin diesem Zeiträume ein vorzügliches Licht verbreitet.Alle hiehec gehörige Erscheinungen, die gemeine Saug«pumpe, der Heber, gewisse Arten von Springbrun,nen, alle Wasserkünste, welche als Saugwerke anzursehen sind, u. d. gl. hatte man bisher aus der Ver,Meldung der Natur für den leeren Raum zu erklärengesucht. Allein Galilei hatte bereits gefunden(S. 86.), daß es wirklich einen luftleeren Raum inder Natur geben könne, auch kannte er die Schwereder Luft; aber erst sein Schüler und Nachfolger imLehramke Evangelista Torricelli , war so glück,lich, die Schwere der Luft auf eine befriedigende Artdarzuthun. Hierdurch ward unwidersprechlich bewie,sen, daß die Wirkung des Saugens eine Folge vomDrucke der Luft sey. Da also alle Erscheinungen desSaugens vom Drucke der Luft abhängen, so wird esvor allen Dingen nöthig seyn, zuerst die Entdeckungen,welche die Luft angehen, zu erzählen, um alsdenn erstdie Wirkungen des Saugen« richtig einzusehen. In,dessen konnten sich doch die meisten eine geraume Zeitnoch nicht überreden, daß eine solche feine Materie,wie die Luft ist, eine so beträchtlich starke Kraft aus«üben könne, um dadurch das Wasser auf eine so be,nächtliche Höhe zu bringen. Daher findet man auchin diesem Zeitraume Sammlungen von Springbrun-nen und Wasserkünsten, wie B. beym Schwen-ker, Schott") und andern, in welchen alles ausdem Abscheu der Natur für den leeren Raum erklärtwirb. Ja selbst Mersenne, der doch Methoden

anführt,

r) Mechanica hydraulico - pnevmatica. HerbipoJi 1657. 4 *