4 4o II, Von Cartesius bis Newton.
Wasser gefülltes kleineres Gefäß in ein größeres ein,in welches er auch Wasser brachte, und ließ wie vor,hin aus dem kleinern Fasse mittelst einer Spritze dasWasser ausziehen. Hier fand er aber, daß das Was»sec dnrchs Faß drang. Nachdem auch dieser Versuchfruchtlos war, ließ er sich endlich eine kupferne Kugelverfertigen, welche oben mittelst eines Hahnes nachBelieben verschlossen und geöffnet werden konnte.Auch hier hatte er am untern Theile, wie beym Fasse,die Spritze angebracht, indem er glaubte, die lastsey bloß wie das Wasser schwer, und müsse folglich,wenn mit der Spritze operirt würde, eben so wie dasWasser, im Gefäße hecabsinke», und im obern Thei-le einen leeren Raum zurücklassen. Harre er nun ander Spritze so lange arbeiten lassen, daß aus demVentile des Stempels in der Spritze keine Luft weiterherausdrang, so war ihm dieß ein hinreichenderBeweiß, daß die Kugel luftleer sey. Otto vonGuericke hakte also his hieher, so wie eS die allge-meine Meynung war, noch geglaubt, daß die Luftbloß schwer, nicht elastisch, wäre; diese letztere Ei-genschaft fand er, ihm unerwartet, erst beym Operricen mit der Luftpumpe. Durch diese Vorrichtunghatte also Otto von Guericke wirklich, wo nichteinen ganz Luftleeren, doch einen verdünnten Raum zuStande gebracht. Oeffnete er nun den Hahn, so drangdie äußere Luft mit der größten Gewalt Hinein, daßnahe dabey stehende Personen den Luftzug stark fühlten.
Da aber auch hier Otto von Guericke be-merkte, daß die Luft nach ein oder dem andern Tagein eine solche ausgeleerte Kugel irgendwo wieder einge-drungen war, so sann er nun auf eine eigene Maschi-ne/ um dadurch einen leeren Raum zu bewirken, die