2. Besondere Physik, e. vom Wasser. 215
Nach den Antiphlogistikern) lößt sich das Was«fer in der atmosphärischen Luft auf zweyerley Weiseauf; vermöge des Feuers, und ohne Feuer. Mir demFeuer verbunden ist das Wasser in Gestalt gehobenerDämpfe, oder in Gestalt des WassergaS, mit der at«mosphärifchen Luft vermischt. Außerdem aber enthal»len noch die verschiedenen Gasartcn, aus denen die at»mofphärifche Luft besteht, Wasser in flüssiger Gestaltanfgelößt. Das Hygrometer zeigt nur an, wie vielWasser in flüssiger Gestalt in der atmosphärischen Lustenthalten ist; aber es zeigt nicht an, wie viel Wasserin Gestalt von Eis, oder in Gestalt von Gas dieLuft enthält. Eine Luft kann daher zu Folge derGrade, welche das Hygrometer anzeigt, sehr trockenzu seyn scheinen, und dennoch sehr viel Wasser inGasgestalt enthalten. Daher kommt es, daß «inesehr trockene tust, bey starker Erkältung, auf einmalfeucht wird, und so entsteht oft auö einer sehr trocke«nen Lust ein plötzlicher Regen von vielen tausend Cent«nern Wasser.
Auf eine andere Art entsteht der Regen durch dieVerbindung des Wasserstoffs mit dem Sauerstoffevermöge des elektrischen Funkens. Dieß geschieht vor»züglich bey Gewittern, und beynahe alle Gewitterre»gen entstehen auf diese Art. Im Großen geht hiergenau das vor, was in dem Versuche der Herren vanTrostwyk und Deimann im Kleinen vorgeht.Die Gewitter entstehen vorzüglich bey heißer Witte«rung und im Sommer. Durch die Wärme, welche
vor
i) Girtanner AnfanKsgründe der aatiphlogist. Chemie.