2. Besondere Physik, e. vorn Wasser. 22z
bey der Nacht feuchter, also auch leitender ist, alsbey Tage.
Nach starken Gewittern pflegt es oft mehrereTage nach einander zu regnen; wahrscheinlich, weildie Luft durch die Gewitterwolken sehr stark elektristrtwird, und diese mitgetheilt« Elektricität nicht sogleichganz verliert, also auch nachher noch eine Zeitlang einegeschwächte Ziehkraft behält. Oft bemerkt man auch,daß es, wenn eS geregnet hat, nicht kälter, wohlgar wärmer oder schwühl wird. Es muß also als,dann die Ziehkraft der Luft durch die mitgetheilteElektricität immer noch geschwächt bleiben, weil ent,weder neue Niederschlagungen in der Luft vorgehen,welche allemal Wärme erzeugen, oder wenigstens unserKörper nicht auf die erste Art trocknet. Aber die Er,sahrung lehn auch, daß es in diesem Falle bald wie»der zu regnen anfängt. Kühlt sich hingegen das Wet,ter nach dem Regen ab, so ist das ein Zeichen, daßdie Luft ihre ursprüngliche Elektricität wieder in vollerStärke erhalten hat, und daß alles in ihr auf die ersteArt trocknet, also durch die Trocknung Kalke erzeugtwird. Daher pflegt unter diesen Umständen sich derHimmel, oft sogar des Nachts, ganz aufzuklären,wenn die obere Luft trocken genug ist, um die ihrerElektricität beraubten Wolken aufzulösen.
Am deutlichsten zeigt die Abwechselung der Jahrs»zeiten in dem heißen Erdstriche den großen Einfluß dermitgetheilten Elektricität auf die Ziehkraft der Auno»fphäre. Denn es regnet hier mehrere Monate nacheinander in einem fort, mebrentheils sehr heftig; undwenn endlich diese Regengüsse aufhören, und der Him,mel sich aufklärt, so erhält die Atmosphäre auf einmaleine so große Ziehkraft, daß sie viele Monate nach
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