2. Besondere Physik, e. vom Wasser. 241
«ahm ein Faß ohne Boden, in welchem in zwey verrschiede»?« Höhen Faden ausgespannt und mit Leinwandbedeckt waren. Zur Zeit des Thaueno zog die obereLeinwand viel Wasser an, da die untere nur sehrwenig annahm. Wenn er hingegen zu gleicher Zeiteine» Theil des Rasens mit Glasscheiben bedeckte, sowurde da« bedeckte Gras eben so feucht, wie das unrbedeckte, und diese Scheiben, welche horizontal rFuß über der Erde gehalten sich nur von oben berfeuchteten, waren alsdann oben und unten naß. Da»her scheint ihm die Befeuchtung der Pflanzen nachSonnenuntergang nur den Zustand der Luft, der dasFallen des Thaues hervorbringt, zu begleiten, abernoch eine andere Ursache zu haben, die vielleicht vcmMechanismus der Vegetation abhängen möge, so daßPflanzen oben auf den Gebirgen naß werden können,ohne daß Thau fallt. Die untere Befeuchtung aufge»hangener Glasscheiben beweise, daß selbst währenddes Fallens des Thaueö die Ausdünstung reichlichfortfahre.
Bey Tage muß die Feuchtigkeit in den unternLuftschichten geringer seyn, weil sie wärmer sind, mit-hin eine große Menge von Dünsten enthalte» können,oder nach de Lüc's Ausdrücke, weil die Warme dieDünste hier von ihrem Maximum mehr entfernt hält.Bey Nacht hingegen nimmt hier die Feuchtigkeit zu,weil die Wärme i» der Luft merklich abgenommen hat,und es fällt der Thau; die Erde und das Wasser aber,welche weniger Wärme verlieren, dunsten fort. Denndurch die Abnahme der Warme in der Luft nähern sichhier die Dünste ihrem Maximum, und durch die Dauerder Ausdünstung überschreiten sie dasselbe. Daß diepositive Luftelektricität beym Fallen des Thaues zurLischer's Desch.d. Physik. VI».». & mhme.