298 V. Von Priestley bis aufd. neuesten Zeiten.
sich aber von selbigen eine undeutliche Vorstellungmachte, so suchte Wilke ihre eigentliche Beschaffen»heil bestimmter und genauer darzustellen. Allgemeinversteht man darunter die Weite, innerhalb welcherein elektristctrr Körper seine Wirkung auf andere aus-übt. Die Frage sey, wie es damit zugehe? Seydie elektrische Materie, von welcher diese Wirkungenherrührten, bloß innerhalb dieses Körpers gesammelt,und wirke sie von da mit einer ziehenden oder treiben,den Kraft im beträchtlichen Abstande a»f andere Kör-per ? Sey sie in Gestalt eines Dunstkreises außerund um den Körper gesammelt? Oder beruhe sie bloßauf der Luft durch Vertheiiung und Ucbcrgang erregteElektricität? Nach Wilke'nö Meinung müssen alledrey Behauptungen zu einer zusammenhängenden Er,klärung vereinigt werden. Die elektrische Materiekönne sich frey und ungebunden sowohl innerhalb alsaußerhalb des Körpers finden, bleibe aber als Almo,sphäre besonders in der umgebenden Luft stehen, aufLeren elektrischen Zustande diese Wirkungen der Ar»mosphärm alle zunächst und eigentlich beruhten.
Mit Recht habe man die Lust unter die Materiengezählt, welche viel eigene Elektricität besitzen, mit-hin die elektrische Materien stark anziehen und zurückhal-ten, aber nicht so leicht fahren lassen, von andernKörpern annehmen oder zu solchen fortpfianzen. Umdieselben niache also die Luft gleichsam einen Ueberzug,oder eine auf allen Seiten anliegende Unterlage, welchedie in den Körpern gesammelte elastische Materie ein-schließe und zusammenhalte, wenn sie, aus welcherUrsache eö auch seyn möge, darin herrschend gewordensey. Werde die Luft verdünnt, so bekomme diese Ma»terie Platz, sich frey auszubreiten, und wenn sie gänz»
lich