388 V. Von Priestley bis aufd. neuesten Zeiten,
einen spitzigen, nicht isolirten Leiter gegen einen elektri»schen Körper, so besitze er eigentlich nicht die Eigen»fchafl, Elektricilär a» sich zu ziehen. Er wirkt bloßwie ein nicht isolirter Leiter, der dem Uebergange derelektrischen Materie keinen Widerstand leistet. Wäreeben dieser Leiter nicht spitzig sonder» häkle er eine rundeoder platte Fläche, die man dem elektrischen Körperentgegenhalten könnte, so würde er, auch in diesemFalle, de»n Uebergange der elektrischen Materie keinengrößern Widerstand leisten. Die Ursache aber, warumdie elektrische Materie nicht ganz so leicht aus demelektristrten Körper in den kugelförmigen oder flachenLeiter übergeht, als in den spitzigen, liegt darin, weilin dem ersten Falle die Intensität der Elektricität indem elekirisirten Körper durch die dagegen gehalteneebene Fläche geschwächt wird; denn diese nimmt dieentgegengesetzte Elektricität an, hält folglich der ver»ringerten Intensität weit mehr das Gleichgewicht, alsdieß ein- Sp>tz? zu thun vermag. Hieraus sieht manalso, daß dieß nicht eine besondere Eigenschaft einerSpitze oder ebenen Fläche ist, sondern von dem ver»schiedenen Zustande des elektristrten Körpers herrührt,der seine Elektricität leichter und in einer größern Enl»fernung fahren läßt, wenn man ihm eine spitzige lei«tende Substanz, als eine flache, abgerundete rntgc;gen hält.
Es scheint paradox, daß eine elektrisirte Platte,wenn sie auf einer unvollkommen leitenden Fläche steht,hierbei) nicht alle Elektricität verliert, auch nicht, wennman sie mit dem Finger oder einem Stück Metallberührt; vielmehr gemeiniglich so stark elektristrt bleibt,daß sie, wenn man sie nachher von der Fläche aufhebt,öfters einen kleinen Funken gibt, oder doch wenigstens
ein