Einleitung. 213
iſt diejenige Regierungs⸗Art die beſte, wo nach ge-mein⸗nuͤzigen Geſezen, nicht aber nach Leidenſchaften,regiert wird.
So ungleich alſo in den Cantons der Eidgenoß-ſchaft die Regierungs⸗Arten ſind, ſo können doch dieEinwohner aller Orte gluͤklich leben, auch die Frey-heit und den Schuz der Geſeze genieſſen, ſo lange ſiedas wahre Wol ihres beſondern Vaterlands beherzi-gen, den Partey⸗Geiſt verbannen, und der Eiferſucht,den Leidenſchaften nicht geſtatten, uͤber die Geſezeund die Wolfahrt des Staats zu herrſchen.
8. 58. Die Einkuͤnften der Loͤbl. Eidgenoßſchaftuͤberhaupt, und eines jeden Cantons insbeſonders,ſind, in Vergleichung mit andern Staaten, uͤberausgering. In allen andern Staaten ſind die Auflagen,mit denen ſo wol die Vuͤrger in den Staͤdten, alsdie Baueru auf den Dorfſchaften geplaget werden,beynahe unzaͤhlbar. Alle dieſe Auflagen ſind, auchnur dem Namen nach, in der Eidgenoßſchaft unbe-kannt. Der Buͤrger in den Städten bezahlt zwarvon einigen Sachen einen jedoch ſehr geringen Zoll.Der Vauersmann verzehndet in den mehrern Ortendie Früchte, die er pflanzet; er traͤgt anch von ſeinenGuͤtern einen Grund⸗Zins ab; er entrichtet auch hierund dort die Unkoſten, die uͤber einge zu ſeiner eige-nen Sicherheit dienende Policey-Anſtalten ergehen;allein auch dieſe Unkoſten oder Anlagen ſind uͤberausger ing. Vermehret er ſeine Einkuͤnften; verbeſſert erſeine Alpen, Wieſen, Felder, Weinberge, ſoverbeſſert er nur das Selinige, indem er den Reich-thum des Staats vergroͤſſert. Er iſt unbeſorgt, daßihm ſelbiges durch neue Arten von Auflagen werdeabgetrungen werden. Dieſe gaͤnzliche Vefreyung vonallen Auflagen macht einen wichtigen Theil der Frey-heit eines Eidgenoſſen aus. Denen Obrigkeiten 0
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