Band 
Dritter Band.
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566 Die Landvogtey Luggarus.

ne Liebhaber des Evangeliſch⸗ reformierten Gottes-dienſts. Dieſe erbauten ſich verſchiedene Jabre hindurch unter einander bey ihren geheimen Juſammen.kuͤnkten Bisweilen wurden ſie von einem Evangeli-ſchen Lehrer aus der Landſchaft Cleven beſucht, derdenn auch den Neugebohrnen die heilige Taufe zudiente.Die Evangeliſche Gemeine in dieſer Herrſchaf mehr-te ſich ziemlich, ſie war deßnahen auf die frere Uebung,oder wenigſtens auf die Duldung ihrer Religion be.dacht. Sie fand aber an dem Papſt, der Italien von allen denjenigen reinigen wollte, welche ſich, ihn fuͤrden unfehlbaren Stadthalter Chriſti zu erkennen, wei-gerten, an dem Biſchof von Como , an dem Erzvrieſter zu Luggarus, und den Chorherren allda, an ih.ren eigenen Mitbuͤrgern, desgleichen an den VII.Cathouſchen Staͤnden der Eidgenoßſchaft, unuͤber-ſteiglichen Widerſtand. Die Evangeliſchen Staͤndekonnten als die mindern, der Evangeliſchen Gemeinedie freye Uebung nicht verſchaffen. Dieſer Angele-genheit wegen ſind verſchiedene Tagſazungen, undHandlungen gehalten worden. Der Ausgang abervon dieſen Handlungen war, daß, da Ao. 1555.eine einſeitige Geſandtſchaft der VII. CatholiſchenStaͤnde, von den Gegnern der Evangeliſchen Gemeine erbetten, zu Luggarus anlangte, ſo entſchloſſenſich uͤber 200. Perſonen, meiſtens aus dem Haupt-fleken, aus Furcht des Gewiſſenszwangs, ihr Va-terland und Vermoͤgen zu verlaſſen, und in ſolchenGegenden Aufenthalt zu ſuchen, wo die EvangeliſcheReligion freye Uebung geneſſe. Ihrer viele lieſſenſich in Buͤndten nieder; ein groſſer Theil, als Orelli,AMuralti, Roccelini, Albertini, Peſlaluxi,.- fandenin Zuͤrich eine liebreiche Aufnahme. Zween Aulti,ein Hreli, auch Johann Evangeliſta Zaui, haben dieſeStadt mit der Seidenhandlung und Fabric wennekannt