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Dritter Band.
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612 Die Abbtey St. Gallen .

wird. In dem alten Muͤnſter bewahrte man die Gebeinedes Heil. Gallus , welche vermuthlich auch in dem neuenwerden aufgehoben werden. Ehedem waren zu der Pfarredes Muͤnſters, neben der Stadt ſelbſt, auch noch allePfarren des Lands-Hofmeiſter-Amts(Heggenſchweil,Berg und Bernhardszell ausgenommen) pfarr- und kirch-

genöſſig. Es wurde zwar dieſen Gemeinen bey Vermeh-rung der Einwohner geſtattet, ihre eigenen Geiſtlichen zu

haben; es werden aber dieſe Pfarrer noch dermalen nichtanders, als wie Caplaͤne oder Coadiutores der Kloſter-oderMünſter-Kirche angeſehen. Die St. Othmars Kirche,in welcher die Gebeine dieſes erſten Abbts aufbewahrtwurden, und welche an die alte Muͤnſter⸗Kirche angebauetward, iſt ebenfalls geſchliſſen worden.

5. 18. Der Urſprung der Abbtey St. Gallen

koͤmmt von dem Heil. Gallus her. Dieſer Heiligeſoll, in der Abſicht, das Chriſtenthum auszubrei-ten, aus Groſ⸗Brittannien ſeinem Vaterlande gegendem Ende des VI. Jahrhunderts mit ſeinem Gefehr-ten Columban in Gallien , um das Jahr 610. aberin den Helvetiſchen Landen, angekommen ſeyn. Nacheinem kurzen Aufenthalt zu Tuggen in der March,zu oberſt an dem Zuͤrich⸗See, wandten ſich beyde indie Gegend von Arbon an dem Boden-See. DerAllemanniſche Herzog Gunzo that ihnen anfaͤnglichin ihrem Vorhaben, das zwar ſchon zu Arbon be-kannte Chriſtenthum weiter auszubreiten, ſtarkenWiderſtand; nachher aber wurde derſelbe weil Gal-lus durch ein Vunder ſeine Tochter Fridberg geſundgemacht, ſein eifrigſter Goͤnner. Gallus ſchlug andem Flügen Steinach(an eben dem Ort, wohernach das Kloſter und die Abbtey erbauet worden,)ſeine Zelle, ſamt einer Cavell, auf. Der HerzogGunzo eriheilte, nebſt wichtigen Geſchenken, Befehl,

daß

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