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Erster Band.
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ERLÄUTERUNGEN ZU Nr. 79—84:

79

Griechischer Meister der zweiten attischen Blüte-zeit (PythlOS ?). Mitte des IV. Jahrh. v. Chr. Kolos-

salstatue des Maussolos von Ualikarnassos.

Maussolos , der Sohn des Karers llekatomnos, der nach demFrieden des Antalkidas (387 v. Chr.) als Satrap Kariens einge-setzt worden war, hatte als Nachfolger seines Vaters es seinerSchwester und Cemahlin Artemisia überlassen, ein Prachtgrabzu errichten, welches die Hauten der an die Stelle vonMylasa getretenen neuen Residenz llalikarnass noch über-bieten sollte. Artemisia hatte hiezu um die Mitte des 4. Jahrh.n. Chr. die Architekten Satyros und l’ythios, den nachmaligenErbauer des Tempels von Priene, wie die Bildhauer Skopas,1 .eochares, Timotheos und Bryaxis berufen (vergl. Sk.-Sch.Nr. 25). Unsere Figur gehört aller Wahrscheinlichkeit nachzu der Cruppe, welche einst die pyramidale Bekrönung desDenkmals abschloss und aus einer Quadriga mit Maussolos und Artemisia auf dem Wagen stehend bestand. Da PliniusXXXVI., 30 als den Urheber der Quadriga den Pythis(l’ythios f) nennt, so ist, wenn der Notiz überhaupt zu trauen,an einen der beiden genannten Architekten des Maussoleumszu denken, welche Uber ihr Werk eine Monographie ver-fasst haben (Vitruv. VII. praef. 12). Von C. T. Newton(A Ilistory of Discoveries at Halicarnassus, Cnidus andBranchidae, I.ond. 1862/3) > n lhtdrun (llalicarnassos) ent-deckt. British Museum in London .

Parischer Marmor. Ueberlebensgross.

80

Unbekannter Meister der hellenistischen Epoche.

Griechische Kunst vom 111 .— 11 . Jahrh. v. Chr. Triton eineNymphe rauhend. Marmorgruppe.

Der Triton umfasst, während er mit der Rechten eineIlornmusehel vorstreckt, mit der Linken das entführte Mäd-chen, welches hilferufend mit der Linken dem Räuber insIlaar fällt. Zwei geflügelte Erotenkinder kauern in denBiegungen des tritonischen Fischschwanzes, mit lauschenderund Schweigen empfehlender Geberde. Indirekter Einflussdes Skopasischen Kunstkreises ist wahrscheinlich. Die Gruppewar nach einer einstigen Rohr-Anbohrung an der Brust desSeemonstrums zum Brunnenschmuck bestimmt. Ausser vielenanderen Ergänzungen ist auch der die Meereswellen dar-stellende Sockel modern. Aus der Vigna Degli-Kffetti, an derVia Latina . Im Saal der Thierc des vatikanischen Museumszu Rom .

Marmor. Ohne Sockel 1,02 m hoch, 1.46 m breit.

81

Unbekannter Künstler. Südfranzösische Kunst desXII. Jahrh. Linke Portalseite der Fassade von St. Trophimein Arles .

Der figurenreiche Portalbau von welchem die beistehendeVignette eine Gesamtvorstellung giebt, zeigt auf unserer dielinksseitige Ecke des Portalaussehniltes darstellenden Tafelzunächst die I lochrelieffiguren Petris, des Evang. Johannesund des hl. Bischofs Trophimus zwischen Pilastern stehend.Den Sockel dieser schmückt ein kauerndes Löwenpaar,welches ein zerrissenes Schaf in den Pranken hält, und dieDarstellung Simsons mit dem Löwen. Ueber den drei Figurenzieht sich ein schmaler Fries hin, welcher an der Portallaibungden thronenden llerodes darstellt. dem von links her diedrei Könige, von rechts her drei des Befehls zum Kinder-mord gewärtige Krieger nahen, während an der Aussenseitedie Könige ihren Weg nach Bethlehem fortsetzen. Das an-stossende Pfeiler-Kapitäl enthält die Verkündigung und denAultrag zur Flucht nach Egypten. Auf dem grossen Ilaupt-fries darüber sieht man noch zwei von den zwölf Apostelndes Thürsturzes, dann zur Linken den Einzug der Gerechtenzum Himmel, dem auf der rechten Thürseite der Eingangder Verdammten zur Hölle gegenübersteht.

Kalkstein.

82

Unbekannter Meister. Deutsche Kunst des XIII. Jahrh.Statuen der linken Seite der sog. Goldenen Pforte am Dom zuFreiberg in Sachsen .

Von dein Portalbau zu Freiberg brachte schon Tafel 75eine Gesamtansicht wie auch eine grössere Abbildung vomRelief des Tympanon. Dabei wurde bereits auf den voraus-setzlichen Einfluss frühgotischer französischer Vorbilder hin-gewiesen, der in den ersten Jahrzehnten des XIII. Jahr-hunderts, der Entstehungszeit unseres Werkes, auch wohlerklärlich ist. Dasselbe Verhältnis obwaltet bei dem statua-rischen Schmuck der Portallaibungen, von welchem wir den(für den Eintretenden) linksseitigen geben. Die F'igurenstellen den Propheten Daniel, die Königin von Saba, denKönig Salomon und den Täufer Johannes vor.

Steinstatuen. Unterlebensgross.

83

Niccolb d’Arezzo, f 14S(>. Florentinisehe Kunst. Statuettender Verkündigung.

Wie sämtliche Statuennischen an Orsanmichele vongotischen Aedicülen umrahmt, zeigt die Nische, welche denMatthäus des Ghiberti enthält, statt der den Giebel flan-kierenden Fialen zwei Statuetten, welche trotz ihrer gegen-seitigen Entfernung doch zusammen eine Gruppe bilden.Zur Linken steht nämlich Maria, zur Rechten Gabriel, derEngel der Verkündigung, welcher seine B itschaft mit er-hobener, den Ansatz eines Lilienstengels oder Sceplers zeigenderRechten bekräftigt. Niccolb d’Arezzo’s Kunst, welche uns schon1408 am Nordportal des Doms von Florenz begegnet, dürftejener des Ghiberti zeitlich noch voranzustellen sein.

Marmorstatuetten.

84

Donatello (Donato di Niccolb di Betto BardiJ.

1386—1466. F/orentinische A’unst. Büste des Niccolb da Uzzano.

Der hagere Kopf des den Medici feindlichen Partei-hauptes, geb. 1359, gest. 1430, mit den scharfgeschnittenenZügen, unbärtig und mit kurzgeschorenem Haar, richtet denBlick bewusst und entschlossen ins Weite. Der offene Halsist von einem mantelartigen Tuch idealer Bildung umgeben,von den Armen kommt nur mehr ein Teil der Oberarme zurErscheinung. Aus Palazzo Uzzano (Capponi) in Florenz .Museo Nazionale, Bargello in Florenz .

Bemalter -Thon. Lebensgross.

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Kj-w.

Portalhau von St. Trophime in Arles .

Xlass Skulpturenschatz I. Band; Erl, XIV.