LRLÄUTRRUNGKN ZU Nr. 97—102:
Unbekannter Meister des IV. Jahrh. v. Chr.
Attisch-griechische Kunst . Grabmal der Demetria und Pamphile.
In einer Aedicula mit sehr schlanker Pilasterbegränzungund stark beschädigter Giebelbekrönung sitzt eine weiblicheGestalt nach links auf einem Lehnsessel, die Linke im Schosse,die erhobene Rechte am Schleier, die Küsse auf einemSchemel. Neben ihr steht eine zweite Krau in ähnlicherGeberde. Auf dem Architrav befinden sich die Namen derDargestellten: AIIMMTPIA — JL\M ( MAII, deren Anord-nung annehmen lässt, dass sich der erslere auf die linkseitigstehende, der zweite auf die sitzende Kigur bezieht. DasHochrelief giebt die Gesichter abweichend von der Stellungder Körper nach aussen gewandt, was im Vergleich mit jenenattischen Grabmalfunden, an welchen die Köpfe die Profil-darstellung festhalten, auf eine spätere Entstehung unseresWerkes sehliessen lässt, 1870 in der Gräberstrasse vor demDipylon in Athen gefunden.
Pentelischer Marmor. Unlerlebensgross.
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Unbekannter Meister der II. Hälfte des
XIII. Jahrll. Toskanische K ’unst . Pronzestatue desh. Petrus .
Die berühmte Statue wird in der Regel auf Grund einerTradition, nach welcher Papst Leo der Grosse , nachdem er452 die Statue des capitolinischen Jupiter eingeschmolzen,ein Standbild Petri giessen Hess, in das V. Jahrhundert ver-setzt. Wahrscheinlich mit Unrecht. Denn die Ende des15, Jahrh. zum erstenmal erwähnte Statue ist schon von Didron(Ann. arch. XXIII. 1863) in die II. Hälfte des 13. Jahrh.gesetzt worden, welcher Annahme sich K. Wickhoff (Zeit-schrift für b. K. 1890 S. 109) und K. X. Kraus (Geschichteder christlichen Kunst 1. S. 231) mit der weiteren Vermutungder Urheberschaft des Arnolfo di Cambio anschlossen Wahr-scheinlich Nachbildung der jetzt in den vatikanischen Grottenbefindlichen Marmorstatue, welche ihrerseits aus einer römischenKonsularstatue in eine Petrusstatue umgewandelt zu seinscheint. Der marmorne Thronsessel stammt aus dem 15. Jahrh.Im Mittelschiff der Peterskirche in Rom .
Bronze. Ueberlebensgross.
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Unbekannter Meister des XIII. Jahrh. T'ramo-
sische Kunst. Steinfiguren unbestimmbarer Heiligen.
Die weibliche gekrönte Gestalt im langen gegürteten Kleid« mit Tasche am Gürtel und einem Medaillon auf der Brustfasst, die verstümmelte Linke vorstreckend, mit der Rechtenden Mantelsaum. Die bärtige Greisengestalt (Apostel?) mitumgeschlagenem Mantel hält in der Linken ein geschlossenesBuch und hielt in der vorgestreckten, jetzt zerstörten Rechten
wohl ein charakterisierendes P vribut An den Streberpfeilerndes Westportals der Kathed’ e ' en Reims .
Kalkstein. 3,30 m hoc 1
I OG
Filippo Brunellesco , 1 und Donatello ,
ijSö — 1466. Zwei Holzkru fixe-
An die beiden Werke knüpft sich die bekannte Anekdote(Vasari ed. Lemonnier 111. p. 246; nach welcher Brunellescovon dem 1 )onatello’schen Werke, dtm gekreuzigten »Bauer«,wenig befriedigt, ein Konkurrenz-Kriuifix schuf, um zu zeigen,in welcher Weise die Modellerscheinfng für einen erhabenenGegenstand zu veredeln sei. In der Thit ist das idealisierendeNaturstudium an dem Werke Brunehcstos so wenig zu ver-kennen, wie der rücksichtslose Realismis an jenem desDonatello . Das erstere Werk befindet sichhn linken Seiten-schiff von S. Maria Novella, das letztere in dei Capelia Bardides linkseitigen QuerschilTflügels von S. Croce a 1 Klorenz.
1 lolz. Unterlebensgross.
IOI
Unbekannter Meister vom Anfang desX VI Jahrh.
Oberdeutsche (schioäbische) Kunst. Altarschnitzwerk, Mariamit Kind und Heiligen.
In der Mitte thront Maria mit dem nackten, in einemBuche blätternden Kinde und umgeben von vier musizieren-den Engeln. Links befindet sich der h. Diakon Cyriacus (bezeichnet am Ilalssaum) mit einem kleinen Mädchen zuseinen Küssen, wohl Artemia, Tochter des Kaisers Diokletian oder Jobia, Tochter des persischen Königs, die er nach derLegende vom bösen Geiste befreit haben soll. Rechts stehtder h. Pancratius, welcher die Linke auf das (jetzt verlorene)Schwert seines Martyriums zu stützen scheint. Die Gemäldeder Hügel, aussen die Verkündigung und Heimsuchung, innendie Geburt Christi und die Anbetung der Könige darstellend,wie das Predellenbild mit den Ilalbfiguren Christi und derApostel lassen an Krüharbeiten des Meisters von Messkirch denken. Das 1510 ausgeführte farbig gefasste Werk stammtaus der Cyriacus - und Pancratiuskirche zu Thalheim, O *A.Rottenburg in Württemberg und befindet sich jetzt in derGemäldegalerie zu Stuttgart .
Ilolz. Unterlebensgrosse Kiguren.
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CIl a ries Auloi ne Coyzcvox , 1640 — 1720. Französische
Kunst. Marmorbiiste des Malers Charles Lehrten.
Der Maler des Königs Ludwig XIV. , geb. 1619-—1690mit langer Lockenperücke und dünnem Schnurrbart, die Brustmit einem edelsteingefassten Medaillon geschmückt, erscheinthier im mittleren Manncsaller. In der Sammlung des Louvrezu Paris .
Marmor. Lebensgross.
Eiass. Skulpturenschatz I. Band; Erl. XVII.